Franziska und die Wölfe
Wie ein Mädchen seine Angst verliert
(sl).
Gelinde gesagt ist Franziska ein Schisshase. Das kleine Mädchen hat eigentlich
vor allem Angst, was anderen Kindern Spaß bringt: Auf dem Dach des Spielhauses
herumklettern man könnte herunterfallen, Hunde streicheln
man könnte gebissen werden, über Gräben springen man könnte
nasse Hosen kriegen oder Regenwürmer anfassen. Lieber drückt sich
Franziska am Rockzipfel der Kindergärtnerin herum. Doch beim Ausflug des
Kindergartens auf die andere Seite der Wiese passiert es: Franziska sammelt
Blätter und verliert dabei den Anschluss an die Gruppe. Plötzlich
steht sie allein da und nachdem sie eine Weile gewartet hat, damit bloß
nichts passiert geht sie mutig in Richtung Kindergarten los.
Prompt verirrt sich Franziska im Wald und stößt auf ein Rudel Wölfe. Doch anstatt sich vor Angst im nächsten Erdloch zu verkriechen, ruft sie den Wölfen forsch zu: „Ich bin ein Kind, das sich verirrt hat.“ Nachdem man gegenseitig beschnuppert hat, „Warum hast du beim Laufen die Vorderpfoten in der Luft?“, fragt ein Wolf mischt die Kleine erst mal das Wolfsrudel auf. Franziska zeigt ihnen wie man „Halli-Hallo. Ich bin’s“ spielt und holt einem Wolf einen feststeckenden Tannenzapfen aus dem Maul. Sie krault die Faulpelze zwischen den Ohren und spielt mit ihnen „Bäumeklettern“, mit dem Erfolg, dass die quengelnden Wölfe in den Tannenwipfeln hängen, sich nicht mehr heruntertrauen und Franziska sie alle holen muss. Schließlich macht sie noch ein bisschen „Schlammbamper“ aus Tannennadeln, Moos und Heidelbeeren und füttert damit die hungrigen Tiere. Anschließend schickt sie die Wölfe ins Bett und schläft selbst inmitten des Rudels ein.
Wie die Geschichte von „Franziska und den Wölfen“ ausgeht, sei hier nicht verraten. Aber keine Sorge, auch am nächsten Morgen ist von ihrer Ängstlichkeit nichts mehr übrig. Pija Lindenbaum ist mit dem Bilderbuch „Franziska und die Wölfe“ eine witzige Geschichte gelungen, die mutigen wie ängstlichen Kindern ab vier Jahren gleichermaßen Freude machen wird. Die überaus witzigen Illustrationen und die gelungene Übersetzung aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer tragen ihren Teil dazu bei.
Mädchen sind Angsthasen? Denkste! Nicht, nachdem sie „Franziska und die Wölfe“ gelesen haben!
Autorenportrait:
Pija Lindenbaum, geboren 1955 in Nordschweden, hat sich schnell einen Namen
als preisgekrönte Autorin und Illustratorin von Kinderbüchern machen
können. Ihre Bücher erscheinen in vielen Ländern.
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