Fever Pitch
Ballfieber Die Geschichte eines Fans
(fap). Fußball ist seine Passion. Im Vorwort versucht der Ich-Erzähler Nick Hornby seine Leidenschaft auf den Punkt zu bringen. Doch wie will man etwas erklären, das sich unheilbar in einem selbst festgesetzt hat? Das immer hinaus will, egal was man anstellt. Nick Hornby findet wunderbare Vergleiche, um seine absolute Liebe zu diesem Sport klar zu machen.
Nick Hornbys Romandebüt „Fever Pitch“ ist ein noch ungeschliffener Diamant, ganz im Gegensatz zu seinen letzten Werken „About a boy“ oder „High Fidelity“. Dennoch ist seine Ader, Sachverhalte treffend und leicht humoristisch darzustellen, schon recht ausgeprägt vorhanden. Das autobiografische Buch schildert neben der zweitwichtigsten Nebensache der Welt die Erwachsenwerdung eines Jungen. Und dies ganz nebenbei, neben all den Aufregungen um Nick Hornbys Lieblingsclub Arsenal London. Wobei wir auch bei dem einzigen kleinen Nachteil des Buches sind: Alle Clubs sind britisch, vor allem aber werden die Spielernamen keinem etwas sagen. Was letztlich aber auch nicht wichtig ist.
Wie es ihn gefangen nahm, ist dem Schreiber selbst nicht mehr ganz klar. Wie er es ausdrückt, passierte es aus heiterem Himmel. Oder, um gleich die ersten zwei Zeilen nach der Einleitung wiederzugeben: „Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden.“ Den Stil behält Nick Hornby bei glücklicherweise. Denn es entstehen reihenweise denkwürdige Sätze rund um das Leder, treffend aus dem Englischen von Marcus Geiss und Henning Stegelmann übersetzt.
Zu Beginn hält der Fußball für seine Unzufriedenheit über die Scheidung seiner Eltern her. Vater Hornby muss die Geschichte als Leidtragender ausbaden, denn künftig begleitet er seinen Filius an den gemeinsamen Wochenenden am Spielfeldrand. Bei Wind und Wetter schauen sich die Zwei die Partien an, der Vater grummelnd, der Junge hellauf begeistert. Später wird Nick Hornby mit Mitschülern den Austragungen beiwohnen. Andere Kumpel folgen, auch als er einen Job als Lehrer anfängt, kann er sich nicht der Zugkraft des Rasensports erwehren.
Doch schwierig wird es erst, als er sich verliebt. Seine Freundin schließlich setzt alles daran, den Mann ihrer Träume zu heiraten. Doch wie kriegt man einen solch Ball-vernarrten Kerl vor den Traualtar? Sie geht mit ins Stadion, was zu einer Reihe köstlicher Erhellungen führt. Auf amüsanteste Art trägt Nick Hornby die Unterschiede zwischen Mann, Frau und der Liebe gegenseitig sowie zum Fußball vor.
Das Buch „Fever Pitch“ kann man bedenkenlos auch Nichtfußballern empfehlen, steckt es doch voller Lebensweisheiten, die Nick Hornby mit einem verschmitzten Lächeln vorträgt. Das macht die Quintessenz aus ein beinharter Männersport, über den man am Ende schmunzelt.
Autorenportrait:
Nick Hornby, 1957 geboren, studierte in Cambridge und arbeitete zunächst
als Lehrer. Mit seinen Romanen, die auch verfilmt wurden, feierte er sensationelle
Erfolge und gilt seitdem als Kultautor. Er lebt in London. Von ihm stammen auch
die Bücher „About
a Boy“ und „Mein
Leben als Leser“.
© Copyright by: Public Dialog Hamburg