England und Wales
Schönheiten der britischen Insel
(jaf).
Drei Dinge sind es, so schreibt Autorin Kristine Jaath, die das britische Selbstverständnis
geprägt haben: „Zum einen die Monarchie, zum anderen die Klassenstruktur
und schließlich und endlich, wie es sich für eine Insel gehört
die See.“ Und genau darum geht es auch in dem opulenten Bildband
„England und Wales“: Um die rund 50 Millionen Engländer und
drei Millionen Waliser sowie das Leben in jenen beiden Landesteilen, die zusammen
annährend die Hälfte der britischen Inseln einnehmen. Es ist ein Buch
über Land und Leute, über Sehenswürdigkeiten wie Shakespeares
Geburthaus in Stratford-upon-Avon oder das knapp 7.000 Jahre alte Stonehenge,
mittelalterliche Burgen und glanzvolle Herrensitze, über Naturschönheiten
wie Küstenpfade an der Isle of Wight, urwüchsige Landschaften im einsamen
Dartmoor und an schroffen Felsküsten in Cornwall. Lebendige Pubs sind zu
sehen, Markthallen im Londoner Covent Garden oder das 135 Meter hohe Riesenrad
„London Eye“.
Das Buch „England und Wales“ lebt nicht nur von der puren Schönheit des Landes, die sich in den Bildern der beiden Fotografinnen Eva und Florentine Steffan widerspiegelt, sondern auch von den vielen Informationen, die es dem Leser zusätzlich ermöglichen, tiefer in die Seele des Landes vorzudringen. Die für einen Bildband recht üppige Textdichte erlaubt es, das Werk nicht nur als Reiseerinnerung oder -aufforderung zu verwenden, sondern auch als Fremdenführer und Nachschlagewerk: Unglaublich viel ist über die Geschichte von Caesar über Robin Hood, die Rosenkriege bis zu Lady Diana zu erfahren, über die Strukturen der Gesellschaft, über die 1.600 Quadratkilometer (zwei Drittel der Saarlandfläche) umfassende Metropole London, von Burgen, Schlössern und Herrenhäusern, über Naturschönheiten, die Universitätsstädte Oxford und Cambridge, bis hin zum mächtigen Industriegürtel um Manchester, Leeds und Liverpool (und dessen schöne Seiten) oder das ruhige Nordengland mit seinem Dornröschenhaften Antlitz.
Für Wales, das zugegebenermaßen ja auch deutlich kleiner ist als England, bleiben nur rund 25 Seiten. Leider, denn das, was zu sehen ist, weckt Lust auf mehr: Die geheimnisumwitterte Teufelsbrücke über die Schlucht des River Mynach, alte Burgen und Festungen. Dazu gibt es eine geschichtliche Zeittafel, eine geographische Übersicht, eine Königsliste sowie ein Orts- und Namensregister.
„England und Wales“ weckt Sehnsucht nach der „grünen Insel“. Es zeigt moderne und traditionsbewusste Seiten des Landes, erklärt Sitten und Lebensart seiner Bewohner, benennt und hinterfragt gängige Klischees. Ein wunderbarer Bildband für England- und Wales-Fans und solche, die es noch werden wollen!
Autorenportrait:
Kristine Jaath wurde in Würzburg geboren. Immer wieder wechselte sie zwischen
Schreibtisch und Globetrottertum. Sie studierte Germanistik, Romanistik und
Religionswissenschaften in Rom und Berlin, wo sie seit langem lebt und sich
nach sechs Jahren Tätigkeit für Funk und Fernsehen seit 1995 ausschließlich
dem Schreiben widmet. Neben einer Vielzahl von Artikeln, Reportagen und Texten
für Fotobildbände, wie zu „Griechenland“,
veröffentlicht sie Reiseführer.
Fotografenportrait:
Eva und Florentine Steffan Mutter und Tochter reisen und fotografieren seit Jahren gemeinsam. Eva Steffan war viele Jahre als Reprofotografin tätig. Florentine Steffan studierte Kunstgeschichte in Heidelberg und München. 1995 gründete sie die Bildagentur Steffan & Steffan in München. Ihre Fotos erscheinen in Zeitschriften, Reiseführern und Kalendern.
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Kristine Jaath |
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