Else
Eine Weihnachtsgeschichte
(pr/sl).
Else lebt in einem Waisenhaus und wird aufgrund ihrer zierlichen Statur nur
„Floh“ genannt. Sie erkrankt an einem unbekannten Augenleiden, und kein Arzt
kann ihr helfen, bis Madam Späckbom auftaucht und sie heilt. Else darf
in ihr Haus einziehen, in dem sie auf allerlei skurrile Gestalten trifft. Was
für schicksalhafte Begegnungen sie erlebt und was bis zum tragischen Ende
am Heiligabend passiert, erzählt Alexander Kielland sehr einfühlsam
in seiner Geschichte „Else“. Auch wenn der Autor den Untertitel „Eine Weihnachtsgeschichte“
gewählt hat, so bekommt der Leser nicht etwa die Erzählung von Elses
Weihnachtserlebnissen, sondern eine sozialkritische Geschichte präsentiert.
Alexander Kiellands sehr bildlicher und detaillierter Erzählstil machen „Else“ zu einem besonderen Erlebnis. Genaue Beschreibungen von Landschaft und Häusern, aus dem Norwegischen von Klaus Möllmann übersetzt, wechseln einander ab, und der Leser kann sich wunderschön in Elses Welt hinein versetzten. Das muntere Wesen des kleinen Mädchens kommt genau so gut zur Geltung wie ihr Leid und ihre Traurigkeit. Ihr gesellschaftlicher Abstieg findet seinen Ursprung im Verhalten der Wohlbegüterten und der Staatskirche. Über beide gesellschaftlichen Kreise schüttet Alexander Kielland bitteren Spott aus und zeigt seine Verachtung mehr als deutlich. Wohl zu Recht brachte diese nach ihrem Erscheinen viel diskutierte Geschichte dem Autor den Ruf eines skandinavischen Charles Dickens ein.
Das Buch „Else“ ist mit Sicherheit ein schönes Weihnachtsgeschenk, trotz oder gerade wegen seiner traurigen und zu Herzen gehenden Geschichte!
Autorenportrait:
Alexander Kielland, norwegischer Dichter, lebte von 1849 bis 1906. Seiner Zeit folgend, schrieb er hauptsächlich realistische Gesellschaftsromane. Von seinen Werken ließen sich Fontane und Thomas Mann inspirieren – ein Meister von dem die Meister lernten.
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