Doppelpass und Abseitsfalle

Ein Fußball-Lesebuch

Doppelpass und Abseitsfalle(hp). Es gibt kaum eine Kunstform, die sich dem Fußball noch nicht gewidmet hat. Der rollende Ball hat Künstler oder solche, die sich dafür halten, schon zu Liedern, Büchern, Gedichten, Theaterstücken und Aufsätzen verleitet. Viele von diesen mal mehr, mal weniger geistreichen Erzeugnissen unterschiedlichster Urheber findet man in „Doppelpass und Abseitsfalle“ von Herausgeber Rainer Moritz wieder. Jean-Paul Sartre steht genauso Seite an Seite mit Uli Stein, wie Robert Gernhardt mit Gerd Müller. Das ist manchmal interessant, gelegentlich lustig, – wie der Spielbericht eines Schiedsrichters zu einem Verbandsspiel, in dem er nach und nach alle elf Spieler einer Mannschaft vom Platz stellte – hin und wieder langweilig, bisweilen aber auch faszinierend. So bekommt man immer noch eine Gänsehaut, wenn man die Auszüge aus der Reportage von Hans Zimmermann zum 3:2-Endpielsieg Deutschlands von 1954 in Bern liest.

„Doppelpass und Abseitsfalle“ bietet von allem etwas, ohne einen roten Faden erkennen zu lassen. Die über 50 Texte sind direkt hintereinander gedruckt, nur durch wenige Fotos und Zeichnungen unterbrochen. Manchmal fühlt sich der Leser mit den teilweise arg aus dem Zusammenhang gerissenen Fundstellen etwas allein gelassen. Die notwendigen Informationen zum Kontext bietet zwar der Anhang, eine ausführliche Erklärung der Quellen jeweils vor den Abschnitten wäre aber erheblich sinnvoller gewesen.

Sicherlich findet jeder Leser in dieser in jeder Hinsicht abwechslungsreichen Sammlung seine persönlichen Perlen. Ob man dafür einige eher langatmige Passagen in Kauf nimmt, sei jedem selbst überlassen.

Doppelpass und Abseitsfalle

Rainer Moritz (Hrsg.)
Doppelpass und Abseitsfalle
Ein Fußball-Lesebuch
Reclam Verlag, Stuttgart
ISBN 3-15-009349-X
276 Seiten, mit 10 s/w-Abbildungen, Broschur, Kleinformat.
Unverbindliche Preisangabe: € 6,10 (D) / € k. A.(A) / sFr k. A.

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