Die Taucherin
Unter Wasser auf Leben und Tod
(bhs).
„Die Taucherin“ was zunächst als Tauchbuch anmutet,
sich dann als abenteuerlicher und adrenalinhaltiger Roman der Poloni-Preisträgerin
Aino Trosell entpuppt, steigert sich schon auf den ersten Seiten zum mehr als
packenden, umwerfend spannenden und dramatischen Geschehen: Die Haupthandlung,
eine Bohrinsel, deren Förderungsverluste von fünf Berufstauchern untersucht
werden sollen, steht nur scheinbar im Mittelpunkt der Geschichte, die von Gisela
Kosubek aus dem Schwedischen übersetzt worden ist. Eine internationale
Crew trifft aufeinander um herauszufinden, ob ein Defekt an der Pipeline vorliegt.
Doch noch bevor die Untersuchungen in 90 Meter Tiefe vorbereitet sind, stößt
ein russisches U-Boot auf die Fundamente der Insel und es kommt zu Katastrophe...
.
Die Metallurgin Ingrid, einzige Frau der Truppe, soll ausgeschlossen werden, als es um die Rettung der Besatzung des U-Bootes geht. Und nun beginnt die eigentliche Handlung: Konkurrenzkämpfe zwischen den einzelnen Männern, zunächst unter Wasser, dann auf engstem Raum innerhalb des U-Bootes, entfachen eine aggressive Stimmung. Im kritischsten Risikobereich der Tiefe entsteht ein Geschlechterkampf, der einhergeht mit dem Kampf ums eigene nackte Dasein, der Einblick gibt in die persönlichen Altlasten der einzelnen Personen, vom Verlust der Mutter und dem Selbstwertgefühl bis hin zu übersteigertem Heldengefühl. Unterschiedliche Charaktere, gescheiterte wie erfolgreiche Existenzen, prallen aufeinander, und es kommt zu einem privaten Eklat nach dem anderen, die bis hin zu ersten Mordgelüsten führen. Doch alles wird gut „Schuld“ daran ist diese ungewöhnliche Frau inmitten der Männerdomäne, die mutig als ruhigste Person von allen hervorsticht, aufgrund ihres Wissens gebraucht, aufgrund ihres Geschlechtes nicht geachtet wird und doch das Augenmerk auf sich lenkt.
Das Werk von Autorin Aino Trosell, unterstützt von kurzen und präzisen Sätzen, lässt die grollend spannende Hintergrundmusik beim Lesen von allein ertönen und ist Thriller, Tauchroman und Schicksalserzählung zugleich und das nicht nur für emanzipierte Frauen. Nicht nur die Aktualität durch jüngste Vorfälle bezüglich Tankerunglücken, der „Kursk“ und anderen Geschehen macht „Die Taucherin“ zu einem spannungsgeladenen Buch, was für jeden zu empfehlen ist, der Nervenkitzel liebt und unbedingt mal wieder einen Roman von Anfang bis Ende in einem Atemzug lesen möchte!
Autorenportrait:
Aino Trosell, geboren 1950, veröffentlichte Romane und Erzählungen, die ihr etliche skandinavische Literaturpreise einbrachten. Für „Die Taucherin“ erhielt sie den „Poloni-Preis“ für den besten schwedischen Kriminalroman 1999.
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