Die Frau fürs Leben
Hamburger Journalist auf der Suche nach „Mrs. Right“
(sl).
Gregor Hamdorf ist erfolgreicher Journalist in Hamburg. Er ist 34, kann sich
über mangelnden Sex nicht gerade beklagen wozu gibt es Praktikantinnen
in der Redaktion und doch stellt er eines Samstagabends, als er allein
im Bett liegt, fest, dass etwas fehlt: „Die Frau fürs Leben“
eben. Gregor hat sein Dasein als männlicher Single satt und beschließt,
sie in der Großstadt Hamburg zu suchen. Er will erst wieder mit einer
Frau ins Bett gehen, wenn er bereit ist, diese zu heiraten.
Der unterhaltsame Debütroman von Daniel Bielenstein, ebenfalls Journalist in Hamburg, gewährt tiefe Einblicke in den redaktionellen Alltag eines Journalisten. Insbesondere Medienleute dürfen eine diebische Freude dabei empfinden, wenn Chefredakteur „Fünkchen“ wieder mal von (männlichen) Kollegen sein Fett abkriegt: „Kann schon sein, dass Frauen während ihrer Periode schwer zu ertragen sind. Aber dann leiden Sie selbst unter einer geistigen Dauerblutung und zwar seit Jahren“ oder werden den ganz normalen Wahnsinn unmittelbar vor Redaktionsschluss „Unser Chefredakteur reißt mir den Kopf ab, wenn ich bis Mitternacht nicht fertig bin und die Drucker wieder warten müssen“ bestätigen können.
„Die Frau fürs Leben“ ist mit viel Lokalkolorit versehen und Hamburg-Kenner werden manche Ecke wiedererkennen allerdings bleibt anzuzweifeln, dass jemals ein Hamburger auf die Idee kommt, freiwillig in einem Alsterkanal zu baden. Und auch, dass man über die Bezeichnung „Pfennig“ nach rund 15 Monaten Eurowährung stolpert, ist verwunderlich. Doch mehr gibt es an diesem überaus gelungenen Roman eigentlich nicht zu bemängeln: Autor Daniel Bielenstein schreibt mit einer ausgeprägten Liebe zum Detail, intelligent und voll treffendem Witz: „Frauen! Jeden Mittag einen Salatteller und dann mit Vierzig aussehen wie ein Skelett mit Spannbezug. Um nicht zu sagen wie Uschi Glas.“
Zwar ist das Genre, das Daniel Bielenstein bedient, nicht neu, Romane von mehr oder weniger erfolgreichen Singles auf der Suche nach dem Partner fürs Leben füllen ganze Bücherwände, doch trotzdem ist eben dieses Werk lesenswert: Ein Mann hat es geschrieben, dieses leichtfüßige Buch, was sonst nur Frauen gelingt, und er ist nicht schwul! Während Männer typische „Frauenromane“ links liegen lassen, dürfte es Daniel Bielenstein gelingen, dass auch das männliche Geschlecht seinen Erstlingsroman verschlingen wird.
Zurück zum Inhalt: Für seine Recherche zum Thema Singles wählt sich Protagonist Gregor seine Kollegin und rein-platonische Freundin Konstanze aus, die leider vergeben ist. Viel zu spät merkt Gregor, dass er den Rohdiamanten, „Die Frau fürs Leben“, längst in der Hand hält. Das Ende ist zwar vorhersehbar aber dennoch absolut filmreif es wäre nicht verwunderlich, wenn die Filmrechte bereits verkauft sind. Doch zwischen „die Frau fürs Leben finden“ und „die Frau fürs Leben (be)halten“ ist ein großer Unterschied bleibt zu hoffen, dass uns Daniel Bielenstein eine Fortsetzung von Gregors Erlebnissen mit der Frau an seiner Seite beschert.
„Die Frau fürs Leben“ gehört sicher zu den erfrischendsten Neuerscheinungen des Jahres, die Man(n) sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte absolut lesenswert!
Autorenportrait:
Daniel Bielenstein, geboren am 31. Juli 1967 in Bonn, studierte in Deutschland,
Japan und den USA Politik, Jura, Japanologie. Er war Redaktionsassistent der
japanischen Tageszeitung „Asahi Shimbun“, Lokalredakteur in einer
Kleinstadt in Schleswig-Holstein, Redaktionsleiter einer Wirtschaftszeitschrift
in Hamburg und baute ein chinesischsprachiges Magazins über europäische
Märkte in Shanghai auf. Seit 2002 lebt er als freier Journalist und Autor
in Hamburg. „Die Frau fürs Leben“ ist sein erster Roman.
Mit „Max und
Isabelle“ legt er 2004 seinen zweiten, 2005 mit „Ein
Mann zum Stehlen“ seinen dritten Roman vor. Zuletzt ist
der Roman „Das
richtige Leben“ erschienen.
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