Die CIA und der 11. September
Internationaler Terror und die Rolle der Geheimdienste
(jag).
Als am 11. September 2001 zwei Passagierflugzeuge in das World Trade Center
rasen, reagiert die Weltöffentlichkeit geschockt. US-Präsident George
W. Bush tritt noch am selben Abend vor die Mikrofone und verkündet den
„uneingeschränkten Kampf gegen die Urheber des feigen terroristischen
Anschlags“. Weltweit mehren sich jedoch bald Zweifel, ob al-Qaida
zu einem derart komplexen Unterfangen tatsächlich fähig ist. Westliche
Geheimdienste rücken in den Fokus der kritischen Öffentlichkeit und
Informationen häufen sich, die Unstimmigkeiten in den Erklärungen
der US-Regierung aufdecken.
Andreas von Bülow hat in seinem Buch „Die CIA und der 11. September“ Daten und Fakten neu gemischt und daraus sein eigenes Szenario entwickelt. Warum zum Beispiel stürzte die Stahlkonstruktion des World Trade Centers zusammen, obwohl die Hitzeentwicklung brennenden Kerosins nicht ausreicht, um die Stabilität der Stahlträger zu gefährden? Ist eine gleichzeitige Sprengung tragender Bauelemente nicht plausibler für den Zusammensturz? Und welche Rolle spielt der Investor, dem die niedrige Auslastung der Bürofläche nicht genügte?
Der Autor entwickelt eine ganze Reihe erstaunlicher Gedanken, die zum Ende des Buches immer spekulativer werden. Wer bisher der „offiziellen Darstellung“ Glauben schenkte, dass die Flugzeuge von Todespiloten in das World Trade Center gelenkt wurden, wird überrascht. Mittels einer Hightech-Funksteuerung wurden die Flugzeuge von außen in die Türme gelenkt, denn „das Ganze sei nicht schwieriger als das Steuern eines Modellflugzeugs.“
Von der Angst innerhalb der eigenen Bevölkerung profitiert die US-Regierung aus zweierlei Gründen: Erstens gelingt es, die innerstaatliche Macht zu zentrieren, um effektiv gegen die Bedrohung vorgehen zu können. Zweitens können die Vereinigten Staaten ihre angestrebte Weltmachtstellung ausbauen und Konkurrenten wie China und Indien unter Kontrolle halten. Andreas von Bülow übt in „Die CIA und der 11. September“ harte Kritik an der CIA und dem israelischen Geheimdienst Mossad. Informationen, so sein Vorwurf, seien manipuliert und die westliche Öffentlichkeit werde mit fadenscheinigen Beweisen in die Irre geleitet.
Wer einen derartigen Rundumschlag wagt, der sollte Beweise haben. Doch daran krankt „Die CIA und der 11. September“. Andreas von Bülow benennt als Quelle häufig das Internet und flüchtet oft ins Nebulöse, wo Beweise für seine Theorie erfreulich und notwendig wären.
Dass die US-Regierung die Anschläge des 11. Septembers nachträglich instrumentalisiert hat, werden fachkundige Wissenschaftler und Politiker kaum bestreiten. Aus der Inkompetenz der CIA, die den Anschlag nicht verhinderte, zu schlussfolgern, der amerikanische Geheimdienst hätte 3.000 Menschen ermordet, bleibt – ohne die Spur eines Beweises – unsinnig und bietet nur neuen Diskussionsstoff für Verschwörungstheoretiker.
Das Buch „Die CIA und der 11. September“ richtet sich an nicht-wissenschaftliche Leser. Wer an der „offiziellen Darstellung“ der Anschläge seine Zweifel hat, wird von Andreas von Bülow reichlich Argumente für eine große Verschwörung der CIA finden. Streng dem Motto: „Wer sucht, der findet.“
Autorenportrait:
Andreas von Bülow, Dr. jur., geboren 1937 in Dresden, war von 1969 bis
1994 Mitglied des Bundestages, dort u.a. tätig in der Parlamentarischen
Kontrollkommission für die „Dienste“. Von 1976 bis 1980 war
er Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministers der Verteidigung,
von 1980 bis 1982 Bundesminister für Forschung und Technologie. Seit 1994
ist er Rechtsanwalt in Bonn.
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