Die abenteuerliche Geschichte des letzten Wolfs im Odenwald

Letzte Wölfe in Deutschlands Regionen

Die abenteuerliche Geschichte des letzten Wolfs im Odenwald(ts). Ganze sieben Versionen macht Dieter Röckel aus, wie der letzte Odenwaldwolf denn genau zu Tode kam. Diese Mythenbildung zeigt, wie verhasst der Wolf dem Menschen war und wie viel Angst und Schrecken er unter der Bevölkerung hervorrief – und wie viel Erleichterung der Tod eines Wolfes bewirkte. Während der Wolf im alten Rom als intelligent, geschickt und sozial galt, ging in Europa das Schreckgespenst vom bösen Wolf um. Einige Menschen sollen gar von Wölfen getötet worden sein. Alles nur Gerüchte, widerspricht Dieter Röckel: „kein Mensch kam durch die Odenwaldwölfe zu Schaden“.

Was für den Odenwald gilt, lässt sich auf die anderen Regionen Deutschlands übertragen: Vieles von dem, was an Schlimmem über die Wölfe berichtet wurde, war schlichtweg frei erfunden. Doch diese Andichtungen bewirkten eine starke Einmütigkeit im Bekämpfen der Wölfe. Treibjagden wurden allerorts abgehalten, wenn ein Wolf gesichtet wurde. Zumeist blieb die Jagd auf die Wölfe aber erfolglos und die Jäger zogen deshalb nicht selten Spott auf sich. Hinter Verfolgung und Ausrottung der Wölfe steckten aber nicht nur die Gerüchte von getöteten Menschen, manche Schäfer und Bauern konnten durchaus in ihrer Existenz bedroht sein, wenn sich ein Wolf an ihrer Herde zu schaffen machte. Ein Wolf kann eben nicht zwischen Nutztieren und Wild unterscheiden.

Dieter Röckel gelingt es in seinem Buch „Die abenteuerliche Geschichte des letzten Wolfs im Odenwald“, sowohl die irrationalen wie auch die rationalen Stimmen einzufangen, die die Ausrottung der Wölfe forderten. Er lässt dabei in erster Linie Zeitungsberichte zu Wort kommen. Illustriert ist das Buch mit zahlreichen zeitgenössischen Bildern und Zeichnungen von Wölfen. Karten verschaffen einen Überblick, wo Wölfe gesehen wurden und wo sie Tiere rissen. Eingeleitet wird das Buch von einer Auflistung Deutschlands letzter Wölfe, die übersichtlich gegliedert ist. So lässt sich leicht nachvollziehen, dass die Feiern nach der Tötung eines Wolfes recht ähnlich abliefen.

Ein unbefangenes Zusammenleben von Wolf und Mensch hält Dieter Röckel nicht für möglich. Den Wölfen fehle heute ein Rückzugsgebiet; aus Gehegen entwichene Wölfe haben immer wieder für Schlagzeilen gesorgt, zumeist weil sie Schafe rissen. Häufig wurden sie von Jägern erschossen. Es scheint, als hätte sich in der Einstellung des Menschen zum Wolf von der Jagd auf die letzten Wölfe im 19. Jahrhundert bis in unsere Tage nicht allzu viel geändert.

Dieter Röckel stellt mit seinem Buch „Die abenteuerliche Geschichte des letzten Wolfs im Odenwald“ somit nicht nur ein Stück Heimatgeschichte dar, sondern beleuchtet ebenso, wie es zu der Hatz auf die Wölfe kam. Zwar kann er die Abneigung gegen sie durchaus verstehen, doch macht er keinen Hehl daraus, dass er viele mit Wölfen in Verbindung stehende Ängste für unberechtigt hält. Mit seinem Buch setzt sich Dieter Röckel gegen eine allzu emotionale Betrachtung des Themas ein.

Autorenportrait:
Dr. jur. Dieter Röckel, bis zu seiner Pensionierung Justitiar eines Unternehmens der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Darmstadt, wohnt heute wieder in seiner Heimatstadt Eberbach und publizierte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten.

Die abenteuerliche Geschichte des letzten Wolfs im Odenwald

Dieter Röckel
Die abenteuerliche Geschichte des letzten Wolfs im Odenwald
& Letzte Wölfe in Deutschlands Regionen
Rhein-Neckar-Zeitung GmbH, Heidelberg
ISBN 3-929295-53-9
2. Auflage 2000, 127 Seiten, mit zahlreichen s/w-Abbildungen, Farbfotos und Karten, Hardcover gebunden.
Unverbindliche Preisangabe: € 17,80 (D) / € 17,80 (A) / sFr 25,47

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