Der Wolf im Hundepelz
Hundeerziehung aus einer anderen Perspektive
(akg).
Vor über 15.000 Jahren hat der Mensch mit der Zähmung des Wolfes eine
gewaltige Kulturleistung vollbracht. Seither haben Mensch und Hund unzählige
Höhen und Tiefen der Menschheitsgeschichte zusammen durchwandert. Heutzutage
tut sich der Mensch mit der Erziehung seines Lieblingshaustiers jedoch nicht
selten schwer. Im optimalen Fall sollte der Hund den Menschen als sein Alphatier
anerkennen, seinen höheren Status achten, ihm gehorchen und sich ihm unterordnen.
Oftmals ist diese Rangordnung jedoch nicht gegeben, und nicht selten ist das
Stärkeverhältnis von Mensch und Hund genau umgekehrt: Der Hund „…
bellt und kratzt an der Tür, wenn er in den Garten will; er kommt mit Spielzeug
zum Halter und fordert ihn (…) auf, um dieses ,Beutestück’
zu streiten, er ignoriert oder folgt Befehlen nur sehr zögerlich und/oder
er läuft stets als erster durch Hauseingänge und Türöffnungen.“
Autor Günther Bloch geht ausführlich auf diese Verhaltensweisen des Hundes ein und liefert dafür biologische Erklärungen und leicht durchführbare (Um-)Erziehungsvorschläge. Von den harten Drillmethoden vieler Feierabendtrainer rät er jedoch entschieden ab und propagiert stattdessen eine flexible, tierpsychologische Hundeerziehung ohne Gewalt. Detailliert beschreibt der Hunderzieher und Verhaltensforscher die bewährten aber auch die zweifelhaften Erziehungshilfen, wie etwa die lange Leine, Disc-Scheiben und Elektro-Schockgeräte. Dabei weist er eindringlich auf die Gefahr der unbedarften Benutzung dieser Hilfsmittel hin, bei denen ein an sich guter Vorschlag zur Hundeerziehung nicht selten missbraucht werden kann.
Mit zahlreichen Fotos frei lebender Wölfe bebildert, ist „Der Wolf im Hundepelz“ dagegen nicht nur ein Erziehungsratgeber, sondern auch eine Liebeserklärung an den Wolf und eine Beschreibung seines Verhaltens in freier Wildbahn. Hierbei geht Günther Bloch ebenso auf unzählige Sagen und Volksweisheiten über Wölfe ein, die nicht selten auf nichts anderem als einem Irrtum beruhen.
Günther Bloch hat seine Erkenntnisse, die er aus der Verhaltensbeobachtung an Wölfen gewonnen hat, in sehr origineller Weise in die vom ihm propagierten Hundeerziehungsmethoden integriert. Sein übersichtliches Werk wird sicherlich jedem helfen, unsere Hunde vom Pudel bis zum Schäferhund besser zu begreifen, und Verständnis für die manchmal schwer nachvollziehbaren Verhaltensweisen eines Hundes zu wecken.
Autorenportrait:
Günther Bloch, 1953 in Köln geboren, beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit Hunden. Er baute 1977 die Hunde-Farm „Eifel“ auf, eine Hundepension und -schule, die mittlerweile zur Pilgerstätte für Ratsuchende avancierte. Er lebt mit seiner Frau Karin, einer Spezialistin für handaufgezogene Wolfswelpen, seinen Hunden und Wölfen nahe Bad Münstereifel.
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