Der Traumhüter
Die unglaubliche Geschichte eines Torwarts
(hpe).
Eingefleischte Fußballkenner werden den Namen Lars Leese zumindest schon
einmal gehört haben. Seine ungewöhnliche Torwart-Karriere war im Jahre
1997 vielen Sportredaktionen einen Artikel wert. Es ist schließlich nicht
alltäglich, dass ein Deutscher in die englische Premier League wechselt,
ohne je ein Bundesliga-Spiel gemacht zu haben. Sportreporter Ronald Reng war
von Lars Leeses Werdegang derart fasziniert, dass er das Leben des Kölners
in „Der Traumhüter“ verarbeitet hat und den Lesern dabei
einen interessanten Blick hinter die Kulissen des Fußballgeschäfts
ermöglicht.
Ausgehend von einem Engagement in der Jugend des 1. FC Köln, beschloss das Talent als 16-Jähriger in einer Kurzschlussreaktion, die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen. Als ihm klar wurde, einen Fehler gemacht zu haben, schien der Zug zur Profikarriere abgefahren zu sein. Lars Leese tummelte sich mehrere Jahre in Amateurligen, bis ihn Bayer Leverkusen zum dritten Torhüter machte. Dort hatte der inzwischen 27-Jährige in der Saison 1996/97 nicht einmal einen Platz auf der Ersatzbank. Der Traum, es seinem Idol Toni Schumacher gleichzutun, schien in weiter Ferne, bis aus heiterem Himmel das Angebot des damaligen Zweitligisten FC Barnsley kam. Alles Weitere ist eine Geschichte äußerst glücklicher Zufälle. Barnsley stieg, noch ohne Lars Leese, auf und kurz darauf verletzte sich der Stammtorhüter, so dass er unverhofft zu seinem Profidebüt kam.
„Der Traumhüter“ ist eine interessante Geschichte, die auf amüsante Art dargebracht wird und auch Siege und Niederlagen abseits des Fußballplatzes nicht auslässt. Als gelungen ist zu bezeichnen, dass Lars Leese selbst immer mal wieder Anekdoten aus der Ich-Perspektive einstreut. Insbesondere wenn man mit ihm das erste Spiel in der Premier League miterleben darf, fühlt man sich fast, als stünde man selber im Tor.
Autorenportrait:
Ronald Reng, geboren 1970, berichtet als freier Sportreporter seit fünf Jahren aus London unter anderem für die „Süddeutsche Zeitung“ und den Zürcher „Tagesanzeiger“ über englischen Fußball.
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Ronald Reng |
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