Der tödliche Rasierspiegel
Wie man lästige Verwandte loswird
(emk). Wirklich originelle Arten von Mord beschreibt Dietmar Bittrich „mit Fleiß und Liebe“ in den 30 hier versammelten satirischen Erzählungen. Die Titelgeschichte „Der tödliche Rasierspiegel“ und einige andere dieses Bandes auch waren schon einmal 1997 erschienen. Die neuen spielen auf Sylt, Mandø, im Schwarzwald oder in Leipzig.
Schon in der Einleitung macht uns der Autor vertraut mit seinem witzigen Stil und seinem hintersinnigen Humor. „Ich sehe einigen Menschen an, dass sie das Ableben eines anderen gefördert haben. (…) Wen haben Sie von seinen irdischen Lasten befreit? (…) und vor allem wie haben Sie das gemacht?“, fragt er höflich die Täter. Und auf den folgenden Seiten schildert Dietmar Bittrich dann deren „nachahmenswerte Kunstgriffe“, bei denen alles für Zufall und höhere Gewalt spricht und nichts für die Absicht, einen lästigen Verwandten endlich loszuwerden.
Ob nun die Ehefrau ihren langweilig gewordenen Gatten über den Zaun zu den wilden Bullen schickt, ob nun der Pater sein heimliches Kind auf der Rolltreppe Kunststücke machen lässt, damit sich dessen Haare verfangen, ob nun die karrieresüchtige Kollegin mit dem Fahrstuhl in den überschwemmten Keller fährt immer ist alles ganz zufällig geschehen.
Obgleich der Leser durch das Vorwort „Wie dieses Buch entstand“ schon weiß, dass alle Befragten Mörder sind, versteht es der Autor doch, seine Geschichten so spannend zu erzählen, dass man neugierig weiterliest, um dann am Schluss zu erfahren, dass die Täter sehr glücklich und von keinem Unrechtsbewusstsein gequält ihr Leben ohne die Opfer fortsetzen.
„Der tödliche Rasierspiegel“ ist ein nettes „Handbuch“ für raffinierte Morde für Freunde der Satire zum Selberlesen und Schmunzeln sowie als Geschenk (vielleicht sogar für lästige Verwandte?) bestens geeignet!
Autorenportrait:
Dietmar Bittrich wurde 1958 als Kind Hamburger Auswanderer in Triest geboren,
macht dort eine Kaufmannslehre und lebt seit 1982 in Hamburg als Autor
und mittlerweile auch als Erbschafts- und Vermögensberater. Er wurde durch
„Das
Gummibärchen Orakel“ bekannt.
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