Der Samowar
Russland lädt zum Tee
(pr).
„Wo es Tee gibt, da ist das Paradies“ Dieses russische
Sprichwort erklärt vielleicht am besten das Verhältnis der Russen
zu ihrem geliebten Tee. Entnommen ist es Dagmar Schäfers Kochbuch „Der
Samowar“, in dem die Entstehung der russischen Teekultur, ihr wichtigstes
Utensil – der Samowar – und zahlreiche Rezepte für eine gelungene
Teestunde beschrieben sind.
Die Mongolen brachten den Tee nach Russland, im Tausch gegen wertvolle Zobelfelle. Dort wurde der Tee zum Getränk des Adels. Erst später entwickelte sich eine eigene Teekultur durch alle gesellschaftlichen Schichten. So entstand auch der Samowar, die russische Art, Teewasser über lange Zeit auf gleicher Temperatur zu halten und so eine ausgedehnte Teestunde möglich zu machen.
Da aber nicht nur das Getränk selber, sondern auch eine große Anzahl an Gebäck und Naschwerk zu einer solchen Teestunde gehört, hat Dagmar Schäfer eine Menge Back- und Kochanleitungen zusammen getragen. Viele russische Teerezepte, wie der „Kalmückischer Tee“ oder der „Grusinischer Imkertee“ garantieren, dass für jeden Geschmack mit Sicherheit etwas dabei. Genauso groß ist die Auswahl an Gebäckrezepten, meist typisch russische Spezialitäten. „Warenjie“, eine russische Konfitüre oder „Kissel“ (Fruchtgrütze) gehört einfach zu jeder Teestunde. Dagmar Schäfer hat reichlich Rezepte gesammelt, genauso wie für „Fruchtige Schlemmereien am Samowar“, wie ein anderes Kapitel heißt. Ein „Tee-ABC“, Bilder aus der großen Samowar-Sammlung des Leipzigers Anton Groß, der der Autorin auch mit fachlichem Rat zur Seite stand, und ein Verzeichnis aller Rezepte bilden den Abschluss dieses sehr aufschlussreichen Kochbuches.
Neben den vielen Informationen und Rezepten ist auch die künstlerische Gestaltung des Buches sehenswert. Abbildungen verschiedener Samowars, Auszüge aus russischen Gemälden von Teestunden und zahlreiche historische Zeichnungen verleihen diesem Buch ein ganz besonderes Flair. Stimmungsvolle Zitate und Sprichwörter, wie „Ein Gläschen Tee – vergiss dein Weh“, zeigen die Liebe der Russen für ihren Samowar und lassen den Leser oft schmunzeln.
Für alle Teeliebhaber und Freunde russischer Kultur ist „Der Samowar“ ein unerschöpflicher Quell von Ideen und Inspirationen für eine eigene Teestunde, ganz nach russischem Vorbild. „Russland lädt zum Tee“ lautet der Untertitel dieses gelungenen und geschmackvoll bebilderten Kochbuches, das auch aufgrund seines hohen Informationsgehaltes zu überzeugen weiß – dieser Einladung folgt man gerne!
Autorenportrait:
Dagmar Schäfer aus Leipzig studierte Geschichte und Journalistik. Sie arbeitet als freie Autorin und PR-Journalistin.
Anton Groß, 1935 geboren, sammelt seit über 30 Jahren Samoware und Material zur Teekultur in Russland. Tätigkeiten als Sprachlehrer und Dolmetscher förderten sein Interesse auf diesem Spezialgebiet. Er lebt in Leipzig und beschäftigt sich, nunmehr im Ruhestand, intensiv mit der Pflege seiner Sammlung.
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