Der Alchimist
Eine philosophische Reise durch Afrikas Wüsten
(mkb).
Hermann Hesse hatte Anfang des 20ten Jahrhunderts mit „Siddharta“
eine neues Gedankengut in die westliche Welt gebracht, Paulo Coelho tritt mit
„Der Alchimist“ ein würdiges Erbe an. Ähnlich Hermann
Hesses Siddharta begibt sich Paulo Coelhos Hauptfigur, der Schäfer Santiago,
auf eine philosophische Reise, die ihn in kleinen Schritten zu sich selbst führt.
Die Zeilen fließen mitten ins Herz, rütteln schlafende Seelen wach,
während eine alte Weisheit mit jeder Reisephase deutlicher wird: Der Weg
ist das Ziel!
„„Ich bin der König von Salem“, hatte der Alte behauptet.
„Wieso unterhält sich ein König mit einem einfachen Hirten?“
fragte der Jüngling beschämt und verwundert. „Dafür gibt
es mehrere Gründe. Aber der Hauptgrund liegt darin, dass du es geschafft
hast, deinem persönlichen Lebensweg zu folgen.““ Santiagos
persönlicher Lebensweg wurzelt in einem immer wiederkehrenden Traum. Er
träumt von einem Schatz, der am Fuße der Pyramiden vergraben liegt.
Mit Hilfe einer Zigeunerin entschlüsselt er den Traum und begibt sich auf
eine lange, mühsame Reise durch die kargen Wüsten Afrikas.
„Die Weltenseele wird von dem Glück der Menschen gespeist. Oder
vom Unglück, von Neid und Eifersucht. Unsere einzige Verpflichtung besteht
darin, den persönlichen Lebensplan zu erfüllen. Alles in Einem. Und
wenn du etwas ganz fest willst, dann wird das gesamte Universum dazu beitragen,
dass du es auch erreichst.“ Das Universum jedoch scheint Santiago
nicht immer wohl gesonnen, beraubt ihn bereits in den ersten Stunden seines
gesamten Vermögens. Gezwungen, die nötigen Mittel für die Reise
zu erarbeiten, werden scheinbar zufällige Begegnungen zu den wegweisenden
Gesteinsbrocken über den reißenden Fluss der Selbstzweifel. In Fatima
findet er mitten in der Wüste die langersehnte Liebe, schwört ihr
ewige Treue, bevor er selbst in Gefangenschaft gerät. Viele weitere Prüfungen
führen Santiago Schritt um Schritt näher zu sich selbst.
„Der Alchimist“ wurde aus dem Brasilianischen von Cordula Swoboda
Herzog sowie in weitere 40 Sprachen übersetzt und hält gegenwärtig
eine Gesamtauflage von über 31 Millionen Exemplaren. Spätestens mit
dem anhaltenden Erfolg von „Der Alchimist“ wird deutlich, mit welcher
Verzweiflung es die gegenwärtigen Generationen nach einer Bibel, einem
Wegweiser zu der eigenen Seele verlangt. Paulo Coelho liebkost die verkümmernden
Seelen, erweckt sie zum Leben. Er selbst schöpft aus einer leidvollen Kette
an Erfahrung, dem mehrfachen Aufenthalt in einer psychiatrischen Anstalt und
seiner Inhaftierung von der brasilianischen Militärdiktatur, bevor er in
einem spanischen Orden fünf Jahre lang studierte. Die Pilgerreise, die
seinen Studien folgte, wird zur Quelle für seine Werke.
„Der Alchimist“ taucht seit Jahren regelmäßig in den
Bestsellerlisten auf. Wohl gehen die Kritiken zu dem Buch auseinander, aber
sicher ist, dass „Der Alchimist“ nach wie vor Millionen von Menschen
mit einer Botschaft fesselt, die einfach und klar ist. Ich persönlich kann
dieses Werk nur jedem wärmstens ans Herz legen.
Autorenportrait:
Paulo Coelho, geboren 1947 in Rio de Janeiro, begann ein Jurastudium, bevor
er zwei Jahre lang Südamerika, Europa und Nordafrika bereiste. Zurück
in Brasilien, schrieb er Theaterstücke und verfasste provokative Songtexte,
für die ihn die in den 70er Jahren herrschende Militärdiktatur dreimal
ins Gefängnis steckte. Herausgeber einer Untergrundzeitschrift, eines Musikmagazins
und Direktor von Polygram und CBS Brasilien. 1980 kündigte er seine Stelle,
studierte fünf Jahre lang in einem alten spanischen Orden und legte den
Pilgerweg nach Santiago de Compostela zu Fuß zurück, Erfahrungen,
die in seine Bücher eingeflossen sind.
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