Das Simenon Lesebuch
Erzählungen, Reportagen, Erinnerungen
(bs). Es war die Glühbirne, die ausgewechselt werden musste. Und hätte sie nicht ausgewechselt werden müssen, so wäre die Geschichte nicht entstanden oder George Simenon hätte eine andere geschrieben, die ebenso mit Kürze gewürzt, ebenso mit bildhaften Beschreibungen karg charakterisiert, ebenso tragisch-schicksalhaft zu ende gegangen wäre, als wäre eigentlich nichts passiert.
George Simenon ist kein normaler Autor. Er ist ein Wunder, ein Wunder des Alltäglichen und Ungewöhnlichen. Quasi beiläufig erzählt er von Menschen, deren Geschichte den Leser nicht mehr loslassen. Quasi zufällig enden diese Erzählungen, als hätten sie nicht stattfinden müssen. Hätten sie auch nicht nur wäre der Leser dann eines Genusses, eines Augenschmauses und einer Lust für den Geist beraubt worden. Und das wäre schade.
Das wird einem spätestens dann bewusst, wenn man „Das Simenon Lesebuch“ erstmals in die Hand genommen hat und sich nur Stunden später dabei ertappt, es noch einmal von vorne beginnen zu wollen in Ermangelung eines zweiten Simenons.
Es ist kein Buch, es ist eine Hommage, die Georges Simenon sich selbst durch seine faszinierenden Erzählungen schreibt, ohne es zu wollen. Und eine Hommage jener, die in diesem Buche zu Wort kommen, um sich seiner Schreibe zu widmen: Fellini in unendlicher Begeisterung, Elke Schmitter in einer umwerfenden Charakterisierung und nicht zu vergessen jene achtzehn Briefen aus seinem Nachlass, die nicht unbedingt für die Nachwelt gedacht, aber nicht minder vielseitig und begeisternd wirken, wie die eigentlichen Veröffentlichungen.
„Das Simenon Lesebuch“ ist nichts zum lesen, sondern zum verschlingen!
Autorenportrait:
Georges Simenon, geboren am 13. Februar 1903 in Lüttich, gestorben am 4. September 1989 in Lausanne, schrieb 300 Romane, wovon mehr als 50 verfilmt wurden, unter etwa 20 Pseudonymen.
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Daniel Keel, Barbara Bauer und Anna von Planta (Hrsg.) |
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