Das Meer
Ein atemberaubender Fotobildband vom „Maler des Meeres“
(jaf).
„Im Grunde“, so sagt der französische Literat Yann
Queffélec, „hat die Menschheit das Meer seit jeher im Blut,
seit jene Taube mit dem Olivenzweig im Schnabel in die Lüfte stieg“.
Und davon erzählt auch der imposante, knapp fünf Kilo (!) schwere
und 400 Seiten starke Bildband „Das Meer“ mit Aufnahmen von Fotograf
Philip Plisson: Vom Meer und des Menschen Beziehung zu ihm. Es ist das Lebensthema
des Fotografen, der sich auch „Maler des Meeres“ nennt
annährend eine Viertelmillion Aufnahmen hat er bereits zusammengetragen.
„Das Meer“ ist ein kolossales Werk und zeigt nicht bloße Naturfotografie, sondern künstlerisch anmutende, atemberaubende Großfotografien, die der vergänglichen Schönheit der Natur ein ehrendes Denkmal setzen. Grandiose Aufnahmen gewaltiger schaumbekronter Wellen, denen ein winziges Schiff zu trotzen sucht, waghalsige Regatten, tollkühne Segelschiffmatrosen, die die höchste Spitze der Takelage erklommen haben. Daneben gibt es natürlich auch den Blick auf die ruhige Seite des charaktervollen Elements: Die stille Ebbe in der Bucht der großen Gezeiten vom Mont-Saint-Michel, das im flirrend-heißen Sonnenlicht austrocknende Meer von Nouahibou in Mauretanien, Sonnenanbeter an chinesischen Stränden, das sanft im hellblauen Ozean liegende Sho-Atoll und das gleißende Morgenlicht im Golf von Genua.
Es sind überaus eindrucksvolle Fotos stundenlang kann man sie anschauen, ihre Stimmung aufsaugen, das warme Licht spüren, die Wellen rauchen hören und das Salz auf den Lippen förmlich schmecken. Sie sind lebendig und erzählen von der Macht und Kraft des Meeres überzeugend umgesetzt mit gigantischen, meist doppelseitigen und häufig auch ausklappbaren Foto-Seiten, deren Faszination den Betrachter wie eine Welle überrollt.
Der Wortanteil des Bildbandes ist mit recht kurzen Zwischentexten von Yann Queffélec und Éliane Georges sowie einer Bildlegende im Anhang, die in Kurzform über den Entstehungsort der jeweiligen Aufnahme informiert, knapp bemessen. Störend wirkt das jedoch nicht, sprechen die opulenten Bilder doch für sich. Sie bringen Gefühle hervor, wecken Sehnsucht und Erinnerungen, sie erzählen die Geschichte von Menschen und ihrer Begegnung mit diesem so wunderbaren Naturphänomen und zeigen beispielhaft die Schönheit und Größe der Natur somit ist der Band auch ein Plädoyer für den Schutz dieses an vielen Enden der Welt doch so bedrohten Lebensraums.
Wer seinen Kindern die Liebe zum Meer auf ansprechende Art vermitteln möchte, dem sei das Buch „Das Meer – für Kinder erzählt“ empfohlen, ebenfalls mit sensationellen Fotos von Philip Plisson.
Philip Plisson hat es mit dem Meer aufgenommen und ist bereichert aus dieser Zusammenkunft hervorgetreten. Der Fotograf und „Das Meer“ ein einzigartiger Bildband zum Sehen, Staunen und Erleben!
Fotografenportrait:
Philip Plisson, Jahrgang 1947, hat sich auf die Fotografie des Meeres spezialisiert
und ist in diesem Sujet weltweit die Nummer eins. In 30 Jahren konnte er sein
Archiv aufbauen, das etwa 220.000 Aufnahmen enthält. Er hat zahlreiche
Bildbände veröffentlicht, wie „Queen
Mary 2“, doch dieser ist sein „opus magnum“.
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