Das letzte Mal ums Horn

Das Ende einer Legende, erzählt von einem, der dabei war

Das letzte Mal ums Horn(pr). Warum verlässt ein junger Mann Hals über Kopf die Universität, um bei einer Kap Horn-Umsegelung auf einem Frachtschiff sein Leben zu riskieren? Diese Frage wird in „Das letzte Mal ums Horn“ von William F. Stark ausführlich beantwortet. Der Autor hat diesen Schritt im Jahre 1949 selbst vollzogen und lässt den Leser ein bisschen von der maritimen Faszination spüren, die ihn bewogen haben muss, auf einem Frachtsegler ohne Funk und medizinische Versorgung anzuheuern, um sich der Herausforderung Kap Horn zu stellen.

Eben diese Geschichte erzählt William F. Stark in seinem authentischen Reisebericht: In Zürich bricht er überstürzt auf, ohne seine Eltern zu informieren, schmeißt sein Studium hin und fliegt nach Australien. Auf der langen Flugzeugreise hat er eine heiße Liebesaffäre, und doch treibt es ihn weiter, um in Port Victoria die „Pamir“ zu sehen, eines der letzten Viermastsegler, die Getreide von Australien nach England bringen. Er weiß zwar nicht, ob er auf diesem Schiff anheuern kann, aber er ist besessen von der Vorstellung der Möglichkeit, noch einmal auf einem der letzten Frachtsegler Kap Horn zu umrunden. So schafft er es schließlich doch, als Leichtmatrose an Bord der „Pamir“ zu gelangen und erlebt auf der viermonatigen Fahrt durch den Pazifik und ums Horn eines der letzten ganz großen Abenteuer: Gewaltige Stürme, meterhohe Wellen und eine verschworene Gemeinschaft aus raubeinigen Männern, die das Meer bezwingen und das alles ohne irgendwelche technischen Hilfsmittel. Nicht nur einmal riskiert William F. Stark sein Leben, um doch wohlbehalten wieder in England und schließlich in Amerika anzukommen. Wie er später erfährt, war die „Pamir“ das allerletzte Frachtsegelschiff um Kap Horn, und er, da er am Heck des Schiffes stand, der letzte Mensch am Kap.

„Das letzte Mal ums Horn“, aus dem Amerikanischen von Heike Steffen übersetzt, transportiert ein großes Stück von William F. Starks Liebe zum Meer. „Meine Braut ist die See...“ möchte man singen, als der Autor seine Geliebte Yvette zurücklässt, und doch ist der Autor kein Seebär, der sein Leben auf dem Wasser verbringen will. William F. Starks Geschichte bleibt die eines modernen jungen Mannes, der nur einmal ausreißt, um sich der Anforderung einer Legende zu stellen, der sich selbst beweisen will, dass auch im 20. Jahrhundert der Ritus der Kap-Horn-Umrundung für junge Männer durchführbar ist. Diese Tatsache bricht den Rahmen des Reiseberichtes auf, der sympathischerweise irgendwie an die klassische Abenteuerliteratur für heranwachsende Jungen erinnert: Harte Männer, ein harter Kapitän und manchmal eine Ration Rum extra. Und natürlich ist „Das letzte Mal ums Horn“ auch ein Buch über die Geschichte der Seefahrt: Der Autor geht bei der Beschreibung von Routen und Schiffen auf Reedereien und die Geschichte der Schiffe sowie auf herausragende Persönlichkeiten ein.

Seine Mannschaftskameraden von damals hat William F. Stark ebenfalls ausfindig gemacht und listet sie in einem Anhang mit ihren Schicksalen kurz auf. Daneben informiert er auch über die AICH, „Amicale Internationale des Capitaines au Long-Cours, Cap Horniers“, die Gesellschaft der Cap Horniers.

Die Geschichte der Segler um Kap Horn ist im Jahr 2003 zu Ende gegangen, die AICH wurde in St. Malo aufgelöst. „Das letzte Mal ums Horn“ ist ein Ausdruck der nostalgischen Liebe eines Mannes zur See und seinen Mannschaftskameraden, der dem Ende der Legende von Kap Horn nachtrauert. Ein irgendwie anrührendes Buch, weil hier auf sympathische Weise und ohne allzu viel Pathos in jedem Satz diese Liebe zum Meer mitklingt. Ein Erlebnisbericht über die Seefahrt und die Nachkriegsjugend, und ein bisschen auch ein spannender Abenteuerroman, der wirklich passiert ist.

„Das letzte Mal ums Horn“ ist ein empfehlenswertes Leseerlebnis, für alle Menschen, die sich zum Meer hingezogen fühlen!

Autorenportrait:
William F. Stark wurde 1927 in Wisconsin geboren. Er war 22 Jahre alt, als er an Bord der „Pamir“ die letzte Kap Horn Umrundung des Frachtseglers miterlebte. Er starb 2003.

Das letzte Mal ums Horn

William F. Stark
Das letzte Mal ums Horn
Das Ende einer Legende, erzählt von einem, der dabei war

Aus dem Amerikanischen von Heike Steffen
marebuchverlag, Hamburg
ISBN 3-936384-81-9
1. Auflage 2003, 238 Seiten, mit 1 s/w-Foto, Hardcover gebunden mit Schutzumschlag.
Unverbindliche Preisangabe: € 22,90 (D) / € 23,60 (A) / sFr 38,90

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Das letzte Mal ums Horn

William F. Stark
Das letzte Mal ums Horn
Das Ende einer Legende, erzählt von einem, der dabei war

Aus dem Amerikanischen von Heike Steffen
Piper Verlag, München
ISBN 3-492-24085-2
1. Auflage 2004, 240 Seiten, Taschenbuch.
Unverbindliche Preisangabe: € 8,90 (D) / € k. A. (A) / sFr 16,50

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