Das andere Eden
Ausgefallene Gartenkunst in Amerika
(pr).
„Der Paradiesgarten steht für die Vorstellung von der Natur,
wie sie sein sollte, weniger dafür, wie sie ist. (…) Eden dient
als Wunschbild, als Plan einer idealen Natur, dem jeder Gärtner verhaftet
ist.“
„Das andere Eden – Ausgefallene Gartenkunst in Amerika“ von Fotograf John Pfahl und Autorin Rebecca Solnit ist eine Zusammenstellung der außergewöhnlichsten und schönsten Gärten Amerikas. So finden sich in diesem Buch wunderbare Fotos von teilweise geometrisch angelegten Parks, die sich an europäische Vorbilder halten, aber auch eine Vielzahl anderer Gärten, die durch ihre Andersartigkeit hervorstechen. Darunter befinden sich fantasievoll gestaltete Tierskulpturen aus Eibe, Obelisken aus Kanadischer Hemlocktanne, Sträucher in unterschiedlichen Formen wie Kegel, Würfel, Spiralen oder Tiere, Japanische Kirschbäume, Hainbuchenalleen, Spalierpflanzen, Orchideen, Seerosenteiche, Hängerotbuchen, Japanischer Fächerahorn, Riesenkürbisse, Eichenalleen, die schon für so manchen Hollywoodfilm als Kulisse dienten, und vieles mehr.
„Das andere Eden“ weist eine faszinierende Vielfalt der amerikanischen Gartenkultur auf, wie man es vielleicht gar nicht vermutet hätte. Rebecca Solnit gibt in ihrem einführenden Essay „Der botanische Zirkus oder: Versuch über die amerikanische Gartenkunst“ einen ausführlichen Hintergrund der Geschichte des Gartens, die in Amerika ja noch nicht so geschichtsträchtig wie in Europa ist.
Die Fotografien von John Pfahl sind wirklich eindrucksvoll und halten die amerikanische Gartenkunst in großflächigen Bildern fest. Die schönsten Aufnahmen entstanden wohl in den „Elizabethan Gardens“, die sich, wie der Name schon andeutet, am europäischen Vorbild orientieren, und in den „Cypress Gardens“. Ebenfalls sind in diesem Bildband Fotos von Irrgärten, Azaleengärten, Banyanbäumen, deren ausladenden Äste so weiträumig sind, dass sie waagerecht als Luftwurzeln nach unten wachsen, sich im Boden verankern und zu Stämmen verdicken, verschiedene Palmenarten, Kakteen, Tulpenfelder, sowie auch Aufnahmen aus den Gärten von Disney World oder des Filmschauspielers Tim Curry enthalten. Die ausführlichen Bildunterschriften, aus dem Englischen von Eva Schweikart übersetzt, beinhalten detaillierte Informationen und so mache Anekdote.
„Die gewinnende Schlichtheit der unverschönten Natur hat zweifellos etwas an sich, das den Geist mit einem edleren Frieden erfüllt und ein höheres Gefühl der Freude vermittelt, als es die feineren, künstlich geschaffenen Szenerien vermögen.“ Das Buch weist im Anhang noch eine Übersicht aller zugänglichen Gartenanlagen auf, sowie ein übersichtliches Pflanzenregister.
„Das andere Eden“ ist ein ausgefallener Bildband für Gartenfreunde – und Skeptiker, die eine solche Garten- und Pflanzenvielfalt bisher ausschließlich in Europa vermuteten.
Fotografenportrait:
John Pfahl ist seit 1986 als freier Fotograf tätig. Seine innovativen Landschaftsaufnahmen wurden in zahlreichen Ausstellungen in Europa und den USA gezeigt. Er hat bisher sieben Bücher veröffentlicht. 1990 verlieh ihm die Niagara University in New York den Ehrendoktor der schönen Künste.
Autorenportrait:
Rebecca Solnit lebt als Essayistin und Rezensentin in San Francisco. Sie ist Autorin zahlreicher Bücher und wurde kürzlich für einen jährlichen nationalen Kritikerpreis nominiert.
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