Blick nach dem Fernen Osten

Erzählungen, Legenden, Gedichte und Betrachtungen von Hermann Hesse

Blick nach dem Fernen Osten(mkb). Diese Zusammenfassung von Hermann Hesses niedergeschriebenen Gedanken, Erzählungen, Dichtungen, Buchrezensionen und Einschätzungen den Osten betreffend ist ein wahres Erlebnis. Mit dem Buch „Blick nach dem Fernen Osten“ bekommt man die Gelegenheit, einen tiefen Blick in das Innerste Hermann Hesses Schriftstellerseele zu werfen, und mit diesem Einblick eröffnet sich ein „ferner Osten“ an philosophischen Betrachtungsweisen aus der Sicht eines bekennenden Atheisten.

Es ist, als habe Hermann Hesse das Prinzip fernöstlicher Lebensweisheiten eingekreist, es aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Mit dem Buch „Blick nach dem Fernen Osten“ ist ein Schatz an Dichtungen, Erzählungen und Gedichten entstanden, die nachhaltig des Lesers Bild des fernen Ostens prägen. Ein farbintensives Spiel mit Worten und Eindrücken des Schriftstellers, welches bereits im frühen zwanzigsten Jahrhundert den Sinn eines, in starre Strukturen verfallenen Christentums, heftig in Frage stellte. Hermann Hesse hatte sich auf die Suche nach einer Lehre begeben, die zu seinem ganz individuellen Glück führen sollte. Tagebucheinträge Hermann Hesses decken ungeahnte Betrachtungswinkel auf.

Schon das einleitende Werk „Siddhartha“ treibt die Erwartungen auf die darauffolgende Wortflut hoch, und der Leser wird nicht enttäuscht werden. Aus dem Schreibfluss seines späteren Meisterwerkes „Siddhartha“ geworfen, fand er sich mitten in einer Schreibblockade wieder. Ein schwerer Kampf mit Hilflosigkeit und Zweifeln hielten ihn fest umklammert und es bedurfte eines Traumes, um ihn aus dieser unnachgiebigen Umarmung zu befreien. „(...) Es ist eine Häutung im Gang, ein ausgewachsenes Kleid will abfallen, und was ich jahrelang für den Schmerz des Sterbenmüssens angesehen habe, will nun Schmerz der Neugeburt bedeuten. Furchtbar sind die Schmerzen des Sterbenmüssens, ich sehe sie hinter mir wie eine lange, schwarze Schlucht des Grauens, durch die ich gegangen bin, Jahre und Jahre gegangen, allein und hoffnungslos (...)“. Zu diesem Zeitpunkt trug sich die Hauptfigur des entstehenden Romans „Siddhartha“ mit Selbstmordgedanken und es bedurfte der Erkenntnis seines Schöpfers, dass Veränderung nichts Beängstigendes an sich hat, vielmehr für uns Menschen immer die Chance eines Neuanfangs in sich birgt. Der Schreibfluss setzte für Hermann Hesse an diesem Punkt wieder ein, er beendete das Werk und seine Dichtung konnte ihm eine Erfüllung bringen, die auch den Leser berührt.

Hermann Hesse aber wirft nicht einen einseitigen Blick in den fernen Osten, er beobachtet genauer, einfühlsamer, detaillierter: Die Architektur, die Menschen, die Literatur und die Gepflogenheiten in diesen Breitengraden. Karawanen von Sinn-Suchenden folgen bis heute Hermann Hesses Pfaden durch Indien. Hermann Hesse selbst durchstreifte mit einem Notizbuch und indischer Literatur im Kopf das Land in einer Gegenwart, in der die englische Kolonialisierung noch längst kein Ende gefunden hatte.

Das Inhaltsverzeichnis ist übersichtlich und sinnvoll in Biographische Texte aus dem Umkreis des „Siddhartha“, Erzählungen, Legenden, Gedichte, Aufsätze und Betrachtungen gegliedert.

„Blick nach dem Fernen Osten“ bietet nicht nur Seelenfutter, sondern auch durchaus verwertbares Basiswissen mit einem hohen Unterhaltungswert und ist, in Hesses unvergleichbarer, wunderbarer Sprache geschrieben, nachdrücklich empfehlenswert!

Autorenportrait:
Hermann Hesse wird am 2. Juli 1877 in Calw in Württemberg als Sohn eines Missionars und der Tochter eines Indologen geboren. Nach einer Buchhändlerlehre in Tübingen war er seit 1904 freier Schriftsteller, zunächst in Gaienhofen am Bodensee, später ließ er sich im Tessin nieder. Er wurde 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Hermann Hesse ist einer der bekanntesten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts. Er stirbt am 9. August 1962 in Montagnola bei Lugano.

Blick nach dem Fernen Osten

Hermann Hesse
Blick nach dem Fernen Osten
Erzählungen, Legenden, Gedichte und Betrachtungen
Herausgegeben von Volker Michels
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main
ISBN 3-518-41337-6
2 . Auflage, 486 Seiten, Hardcover gebunden mit Schutzumschlag.
Unverbindliche Preisangabe: € 24,90 (D) / € k. A. (A) / sFr k. A.

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