Best of National Geographic

Die Welt in atemberaubenden Bildern

Best of National Geographic(tik). Das wichtige an der Fotografie und zugleich der Grund, warum sie niemals aus der Mode kommen wird, ist, dass sie diese „unvergleichliche Fähigkeit besitzt, die Zeit anzuhalten.“ So denkt der Fotograf Joel Sartore über seine Kunst und gibt mit diesem Zitat aus der Einleitung zum Bildband „Best of National Geographic“ zugleich eine programmatische Aussage über die darin veröffentlichten Fotografien ab. Denn der Wunsch, die Zeit anzuhalten, sie zu konservieren und in beeindruckenden, schönen, manchmal auch melancholischen Bildern für die Nachwelt zu bewahren, scheint tatsächlich das ehrgeizige Projekt hinter dieser umfangreichen Bildersammlung zu sein. Ein Vorhaben, das, in den engen Grenzen, die ein Buch setzt, auch wenn es einen Umfang von rund 500 Seiten hat, überaus gelungen ist.

Aus dem 10,5 Millionen Aufnahmen umfassenden Archiv der „National Geographic Society“ wurden die besten Bilder ausgewählt, die renommierte Fotografen in den vergangenen 115 Jahren für das Wissenschaftsmagazin geschossen haben. Der Bildband „Best of National Geographic“ erhebt jedoch nicht den Anspruch, eine Geschichte des 20. Jahrhunderts zu dokumentieren, in loser Reihenfolge sind die Fotografien nach Erdteilen geordnet und stellen in erster Linie Momentaufnahmen aus Kultur und Natur da. Dabei gibt es, besonders bei der Tierfotografie, durchaus Spektakuläres zu bewundern, doch liegt der Schwerpunkt der Motive keinesfalls auf Sensation.

Beginnend mit „Europa“ über „Asien“, „Afrika und der Nahe Osten“ bis hin zu „Amerika“ und „Ozeane und Inseln“ sind die meist doppelseitigen Fotos so gewählt, dass sie jeweils die Charakteristiken der Kulturen in atmosphärischer Dichte wiedergeben. Es geht den Herausgebern, der „National Geographic Society“, offensichtlich nicht zuerst darum, wissenschaftlich interessantes zu zeigen, sondern Stimmungen in künstlerisch anspruchsvollen Fotografien zu vermitteln. So kann auch das Bild einer Fensterbank in Moskau, auf der hinter einer dünnen Gardine Birnen zum Reifen aufgereiht sind, mit dem nur bei genauerem Hinsehen zu erkennenden Kreml im Hintergrund, eine Wirkung entfalten, die tatsächlich das Gefühl angehaltener Zeit vermittelt.

Es sind solche Stimmungen, die den Bildband „Best of National Geographic“ auch bei den Naturaufnahmen prägen. Das berühmte Foto einer Giraffe, die durch einen gespenstisch nebeligen Wald läuft oder dasjenige eines von Eisscholle zu Eisscholle springenden Polarwolfs, zeigen Tiere, die sich zu dem jeweiligen Bildhintergrund fügen, als wäre das Ganze eine wohl ersonnene Gesamtkomposition. Und wie um diesen Ganzheitsanspruch zu betonen, wird im letzten Kapitel in den Weltraum aufgestiegen, um die Erde, die in einzelnen Fotografien – zumindest teilweise – vor dem Betrachter liegt, noch einmal in ihrer vollen Gestalt und Schönheit zu zeigen: eine große blaue Kugel, ein vollendetes Foto.

Jedem Kapitel geht ein kurzes Essay eines Schriftstellers oder Naturforschers voraus, von Maja Ueberle-Pfaff übersetzt, das eine mögliche Sichtweise auf den behandelten Erdteil und die abgedruckten Fotografien eröffnet. Mehr Text ist nicht nötig, um die universelle Sprache der großartigen Bilder verstehen zu können, die hier versammelt sind.

Der opulent bebilderte Band „Best of National Geographic“ zeigt „Die Welt in atemberaubenden Bildern“ und ist tatsächlich eines: wunderschön und wirklich atemberaubend!

Best of National Geographic

National Geographic Society (Hrsg.)
Best of National Geographic
Die Welt in atemberaubenden Bildern

Aus dem Englischen von Maja Ueberle-Pfaff
Verlag National Geographic Deutschland, Hamburg
ISBN 3-936559-21-X
1. Auflage, 504 Seiten, mit 250 meist farbigen Fotos, Hardcover gebunden, Format 25,5 x 25,5 cm.
Unverbindliche Preisangabe: € 39,95 (D) / € 41,20 (A) / sFr 69.-

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