Auf der Suche nach dem Paradies
Mein Leben mit Geparden
(tmj).
„Du musst nach Afrika!“ Dieser Satz sollte dem Leben des
noch jugendlichen Matto (der Künstlername Barfuss kam erst später)
eine entscheidende Wendung geben. Gesagt hatte ihn sein Kunstlehrer, der von
der Mutter nach Hause eingeladen worden war. Der Auftrag der Mutter an den Pädagogen
war eigentlich, dem Sohn die Idee, Künstler werden zu wollen, gründlich
auszureden. Der Lehrer war jedoch sehr beeindruckt von Mattos Bildern über
Tiere im Zoo, und so schlug diese elterliche Intervention zu unser aller Freude
fehl. Denn nur durch seine ausgedehnten Reisen und Begegnungen mit den Tieren
in freier Wildbahn konnte sich Matto Barfuss zu dem entwickeln, was er heute
ist: Ein Künstler, Fotograf und Autor ganz besonderer Art.
Wenn uns etwas ungewöhnlich erscheint, suchen wir gerne nach Vergleichen: Sicherlich lässt einen das Buch „Auf der Suche nach dem Paradies“ an Mogli bei den Wölfen denken, an den Kinohelden „Crocodile Dundee“ und ein wenig auch an den Film „Free Willy“, aber wie alle Vergleiche streifen sie nur die Wahrheit. Man muss sich schon selbst auf die Lesereise begeben, dann erfährt man, wie es Matto Barfuss gelang, in eine Geparden-Familie aufgenommen zu werden. Viel Wissenswertes über Afrika bekommt man nebenbei noch geliefert, und letztlich auch Antwort auf spannende Fragen: Ist es möglich, dass sich die Geparden an die Begegnungen mit Matto Barfuss erinnern? Kann er sie überhaupt ein zweites Mal wieder finden? Und hat das einmalige Projekt, in Gefangenschaft gehaltene Geparden wieder auszuwildern, Chancen auf Erfolg?
Nach all dem könnte man den Eindruck bekommen, dieser Matto Barfuss ist ein skurriler welt- und medienscheuer Kauz, der die Tiere für die besseren Menschen hält. Doch auch hier wird man überrascht: Seit einiger Zeit ist der Künstler mit einer Vortragsschau unterwegs, auf der er sich und seine Abenteuer gekonnt präsentiert. Hierbei beweist er auch im Umgang mit Fans und Medienvertretern das hohe Maß an Einfühlungsvermögen, das ihm den Zugang zu den wilden Tieren ermöglichte. Für einen Württemberger nicht untypisch, zeigt er sich geschäftstüchtig und vermarktet sich durchaus gut. So eignet er sich auch hervorragend als Repräsentant für das süddeutsche Bundesland mit dem bekannten Motto: „Wir können Alles. Nur kein Hochdeutsch.“
Der wunderschön gestaltete Bildband „Auf der Suche nach dem Paradies“ zieht einen sofort in den Bann der afrikanischen Wildnis und lässt einen teilnehmen an außergewöhnlichen Begegnungen zwischen Mensch und wilden Tieren. Wer für sich oder als Geschenk ein besonderes Buch mit wirklich ausdruckstarken Fotos und schöner und spannender Geschichte sucht, dem kann man dieses kleine Gesamtkunstwerk von Matto Barfuss nur wärmstens empfehlen!
Autorenportrait:
Matto Barfuss, Maler, Fotograf, Autor und Aktionskünstler wurde 1970 geboren.
Früh schon galt sein Interesse der Malerei und der Tierwelt Afrikas. Diverse
Gemäldeausstellungen und Kunstaktionen wie etwa die Barfuss-Alpenüberquerung
folgten (hier hat der Künstlername Barfuss seinen Ursprung). Seit 1995
hält er sich häufig in Afrika auf, um die Tiere und die Massai zu
studieren. 1998 gründete er den Verein „Leben für Geparden
e.V.“ und ist seit 2000 offizieller Repräsentant des Landes Baden
Württemberg. Durch seine Dia- und Filmshows sowie durch Fernsehberichte
wurde er einem Millionenpublikum bekannt. Für seine Fotografien erhielt
er den „UNESCO-Fotopreis“, von der UNO 2002 den Auftrag als „Botschafter
der Berge“. Mit seiner Frau Monika leitet er die „Galerie Barfuss“
und engagiert sich für den Schutz von Geparden sowie für einen Dialog
der Kulturen.
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