Astrid Lindgren Zum Donnerdrummel!
Ein Werkportrait
(emk).
„Zum Donnerdrummel!“ ist ein Zitat aus „Ronja
Räubertochter“, dem Kinderbuch von Astrid Lindgren, das hier mit
mehr als 150 Seiten abgedruckt ist. Das Werkportrait, herausgegeben von Paul
Berf und Astrid Surmatz, besteht noch aus weiteren, meist sehr umfangreichen
Passagen der bekannten Lindgren-Bücher. Ursprünglich als Dissertation
über „Pipi Langstrumpf als Paradigma“ geschrieben, hat Astrid
Surmatz die dort wiedergegebenen internationalen Rezeptionen Astrid Lindgrens
durch sogenannte „aktuelle Stellungnahmen“ erweitert. Außerdem
enthält „Zum Donnerdrummel“ einen biografischen Aufsatz,
ein Interview, Fotos und unterschiedliche Beiträge zum Lebenswerk Astrid
Lindgrens, sowie ihre Rede zur Verleihung des Friedenspreises.
Ein Werkportrait wem nützt es? Die Herausgeber Paul Berf und Astrid Surmatz wollen damit die Erinnerungen an die Lektüre der eignen Kinderzeit auffrischen. Das Buch soll zeigen, wie Astrid Lindgren schreibt, welche Themen sie beschäftigen, außerdem „muss die Welt daran erinnert werden, dass gute Kinderliteratur mindestens ebenso wichtig und wahrscheinlich wichtiger ist als alle anderen Arten von Literatur“.
Herausgekommen ist ein dickleibiges, 908 Seiten starkes Sammelsurium aus Texten von und über Astrid Lindgren, (zum größten Teil bekannt und dann auch noch mit eigenen Kürzungen der Herausgeber versehen), ohne erkennbare Ordnung, Wertungen von verschiedensten Seiten und Stellungnahmen unterschiedlichster Leser zu Astrid Lindgrens Kinderbuch-Figuren. Viele „Stimmen der Gegenwart“ wurden schon im Jubiläumsband des Oetinger Almanachs abgedruckt. Die autobiografischen Notizen sind ebenfalls alle schon veröffentlicht worden. Die Bilder kennt man, die Fotos von Dreharbeiten zu Lindgren-Verfilmungen vielleicht nicht. Die Illustrationen aus den Büchern sind leider nur schwarz-weiß wiedergegeben, die Texte liest man lieber in den Originalausgaben selbst, als hier so eng zusammengedrängt und graphisch unübersichtlich. Störend sind auch die vielen Kopf- und Fußzeilen, die das Druckbild unruhig erscheinen lassen.
Der Oetinger Verlag, aus dessen Archiv zahlreiche der hier vereinten Beiträge stammen, hat das „Werkportrait“ wohl nur der Vollständigkeit halber vom Verlag Rogner & Bernhard (dort 2001 veröffentlicht) unverändert übernommen, lediglich der Buchumschlag wurde neu gestaltet.
Nützlich ist „Zum Donnerdrummel“ für Literaturstudenten sowie zukünftige Bibliothekare und Buchhändler. Allerdings fehlen zum wissenschaftlichen Arbeiten Bibliographie, Namen- und Sachregister. Für jemanden, der noch nie von Astrid Lindgren gehört hat und keines ihrer Bücher kennt, mag diese Zusammenstellung als Einstieg in Leben und Werk der berühmten Kinderbuchautorin geeignet sein.
Herausgeberportrait:
Paul Berf, geboren 1963, ist Lektor und freier Übersetzer aus skandinavischen Sprachen.
Astrid Surmatz, geboren 1966, promovierte mit einer Arbeit zur internationalen Rezeption Astrid Lindgrens und lehrt heute an der Universität Köln.
Autorenportrait:
Astrid Lindgren, 1907 im schwedischen Småland geboren, wurde neben zahlreichen
Auszeichnungen unter anderem mit dem Alternativen Nobelpreis und dem Friedenspreis
des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Die wohl berühmteste Kinderbuchautorin
der Welt starb am 28. Januar 2002 in Stockholm.
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