Zwischen Sommer und Herbst
Betrachtungen und heitere Erzählungen
(tmj) Unter dem Hörbuch-Titel „Zwischen Sommer und Herbst“ versammeln sich zum Teil sehr seltene Raritäten. Der über 80-jährige Hermann Hesse stellt in den zwischen 1953 und 1959 entstandenen Tonaufnahmen verschiedene Betrachtungen an: Das Thema der fortgeschrittenen Zeit kommt in „Zwischen Sommer und Herbst“ und „Über das Alter“ zum Ausdruck. Dass Hermann Hesse auch Meister der ganz kleinen Form ist, zeigt seine Reflexion „Über das Wort Brot“.
Den Schluss bilden zwei frühere Stücke: Siemen Rühaak, bekannter Fernseh- und Bühnendarsteller und Grimme-Preisträger, liest zunächst „Autorenabend“. Dieses Glanzstück humoristischer Prosa geht auf eine wirkliche Begebenheit, eine Lesung, zurück, die am 22.04.1912 in Saarbrücken stattfand. Damals war Hermann Hesse noch ständiger Mitarbeiter der satirischen Zeitschrift „Simplicissimus“. „Die Fremdenstadt im Süden“, veröffentlicht 1926, wirkt sonderbar aktuell: Den Massentourismus in einer künstlich geschaffenen Umgebung sah Hermann Hesse lange vor den heute selbstverständlichen Billigflugreisen voraus.
Von Hörbüchern geht eine besondere Faszination aus: Denkt man dabei doch auch an früher, als einem als Kind noch vorgelesen wurde und wie entspannend das war. In dieser Ausgabe rückt einem auch der Autor Hermann Hesse näher, wenn er mit seinem alemannisch gefärbten Dialekt seinen Texten stimmige Weisheit verleiht.
„Zwischen Sommer und Herbst“ ist nicht nur für Sammler unverzichtbar,
sondern für alle Interessierten, die Hermann Hesse neu- oder wiederentdecken
wollen!
Autorenportrait:
Hermann Hesse, 1877 im schwäbischen Calw geboren, sollte eigentlich wie
seine Vorfahren Theologe werden. Doch er entfloh, 15-jährig, dem Seminar
in Maulbronn, um „entweder Dichter oder gar nichts“ zu
werden. Weder die Einlieferung in eine Nervenheilanstalt durch seine Eltern,
noch eine Schlosserlehre und der Versuch als Buchhändler brachten ihn von
seiner Bestimmung ab. 1904 schreib er seinen ersten Roman. Geprägt von
indischem, konfuzianischem und taoistischem Denken entstanden in Folge Gedichte,
Erzählungen und Romane. Er wurde mit dem Nobelpreis für Literatur
ausgezeichnet. Am 9. August 1962 starb Hermann Hesse in Montagnola, Tessin.
Bis heute ist er der meistgelesene deutsche Autor weltweit, besonders bekannt
ist sein Werk in den USA und im Fernen Osten.
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