Who’s who in der Bibel
Geschichten von mehr als 450 Gestalten des Alten und Neuen Testaments
(emk). Spätestens dann, wenn man ratlos vor Gemälden der Renaissance steht, auf denen Szenen aus der Bibel dargestellt sind, wird man vielleicht überlegen, wer denn eigentlich die Personen dort sind und welche Geschichte in der Bibel mit ihnen verbunden ist. Wer hätte sich nicht schon bei Namen wie Ezechiel, Belschazzar, Batseba oder Isebel gefragt wer sich dahinter verbirgt, wenn sie uns in der Malerei, Musik oder Literatur begegnen?
Diesen eventuell vorhandenen Mängeln abzuhelfen, finden wir in „Who’s who in der Bibel“ mehr oder minder lange biografische Artikel von Aaron bis Zofar. Peter Calvocoressi stellt uns 450 Gestalten des Alten und des Neuen Testaments vor. Er tut das in einer unterhaltsamer Weise, die ihm manchmal allerdings etwas zu salopp gerät: „...eine triumphierende Salome, die den Kopf des Täufers auf einer Schale in die Höhe reckt , wie eine Siegestrophäe, die ein Tennisstar vor dem Publikum präsentiert“.
Wem dieser Stil, übersetzt von Angela Hausner, nicht gefällt, kann sich an 54 farbigen und 36 Schwarzweißabbildungen der Gemälde von Rubens, Rembrand, Tizian, Tintoretto und anderen, an Mosaiken und Buchmalerei oder an Dürers Holzschnitten erfreuen. Im Text sind die Kunstwerke unter der dargestellten Person erwähnt, jedoch sind die Angaben dazu nicht immer korrekt. Auch die Jahreszahlen sind ungenau und ließen sich besser recherchieren.
Gegenüber der Malerei kommen Hinweise auf Literatur und Musik, bei denen biblische Gestalten als Vorlage dienten, zu kurz. Moses, Jesus und Paulus sind je fünf Seiten gewidmet, dafür kommen andere Personen eher knapp weg. „Who’s who in der Bibel“ lässt sich nicht immer einfach handhaben: Manchmal ist unter dem Eintrag nur der Verwandtschaftsgrad angegeben und man muss unter den mit Sternchen im Text angegeben Namen weitersuchen, um die Geschichte vollständig zusammen zu puzzeln. Immer jedoch ist die entsprechende Bibelstelle genannt. Im Anhang befinden sich Stammbäume, Karten, Bildquellenverzeichnis und Register.
Peter Calvocoressi hat seinem Namen-Lexikon „Who’s who in der Bibel“ eine populärwissenschaftliche Zusammenstellung vorgelegt, die zahlreiche Informationen bereit hält und durch ihre äußere Aufmachung anspricht. Wegen der vielen schönen, vorwiegend ganzseitigen Wiedergaben von Illustrationen zur Bibel ist das Buch auch als Kunstführer zu benutzen.
Autorenportrait:
Peter Calvocoressi, 1912 in Karachi geboren, war Schüler in Eton und studierte in Oxford Jura. Während des Krieges war er als Geheimdienstoffizier damit befasst, deutsche Geheimcodes zu entschlüsseln und nahm später als Beobachter an den Nürnberger Prozessen teil. Nach dem Krieg arbeitete er zuerst im „Royal Institute of International Affairs“, dann als Teilhaber des Verlages „Chatto and Windus“ und von 1965 bis 1971 als Dozent für Internationale Beziehungen an der Universität Sussex. Ab 1973 leitete er den Verlag der „Penguin Books“ und lebte dann als freier Schriftsteller in Bath.
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Peter Calvocoressi |
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