Reclams Lexikon der Bibelzitate
2000 Zitate aus der Fülle der biblischen Literatur
(ts). Der Benjamin, ja, der geht auf die Josephsgeschichte zurück. Der Ausdruck ungläubiger Thomas stammt natürlich vom gleichnamigen Apostel. Doch wie war das noch mit Brief und Siegel, dem Menetekel oder dem Sündenbock? Auch diese Wörter gehen auf biblische Geschichten zurück. Selbst Sprichwörter wie Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein, Der Mensch lebt nicht vom Brot allein oder Gewalt geht vor Recht haben ihren Ursprung in der Bibel. Da ist es gut, wenn man eine Wortkonkordanz zur Hand hat, um herauszufinden, wo sie genau zu finden sind. „Reclams Lexikon der Bibelzitate“ hat jedoch einen großen Vorteil gegenüber einer Konkordanz: Es erläutert die Wörter und Redensarten zudem.
Häufig lässt sich ihre Herkunft für den heutigen Leser nicht mehr erschließen, bei manchen ist die genaue Bedeutung bereits von alters her umstritten. Herausgeber Hans Schmoldt gibt Erklärungen, verweist auf den Kontext der Bibelstelle und führt, wo nötig, Parallelstellen an. Das Lexikon greift auf die Lutherübersetzung zurück. Da Luthers Bibelübersetzung in ihrer Sprachkraft viele der Redensarten (zum Beispiel das Maul halten, die bösen Buben) prägte, ist dies sicherlich keine falsche Entscheidung.
Hans Schmoldt hat bei der Auswahl der über 2000 Zitate auf bereits vorhandenes Material zurückgegriffen. Zum einen wertete er die (halbfett gedruckten) Kernstellen der Lutherbibel aus, dazu noch sechs Zitatenlexika und fügte darüber hinaus noch ihm wichtige Zitate hinzu. So dürfte in dem Lexikon neben den in die Alltagssprache eingegangenen Redensarten ein Großteil der gebräuchlichen Tauf- und Konfirmationssprüche versammelt sein.
Nicht vernachlässigt hat Hans Schmoldt die apokryphen Texte. So findet sich in „Reclams Lexikon der Bibelzitate“ auch der Spruch Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu, der auf dem (für Protestanten) apokryphen Tobit-Buch basiert. Viele der Zitate sind natürlich dem Sprüchebuch und den weisheitlichen Büchern entnommen, doch finden sich mehr allgemeingültige Redewendungen in den Evangelien, als man gemeinhin annimmt.
Über ein Register lassen sich einzelne Zitate sehr leicht finden. Die knappen aber doch äußerst präzisen und fundierten Erläuterungen regen aber auch dazu an, das Lexikon von A bis Z zu lesen über welches Lexikon lässt sich dies schon sagen!
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Hans Schmoldt (Hrsg.) |
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