Nirgendwo in Afrika

Der Roman zum Film von Caroline Link

Nirgendwo in Afrika(mkb). Hitlers Regime löscht Walters Anwaltstitel, einfach so. Unter den Nazis verlieren die Juden ihre Würde und bevor auch noch ihr Leben gefährdet ist, flieht Walter mit Jettel und seiner Tochter Regina nach Kenia. Doch Kenia ist ihnen fremd, das Leben als Farmer ungewohnt und die Engländer stehen ihnen feindselig gegenüber. Alleine ihr Boy Owuor erweckt sie wieder zum Leben, weist sie in die Farmarbeit ein und bringt ihnen seine Kultur ein wenig näher. Dankbar für seine kluge Führung vermacht Walter Owuor die abgelegte Anwaltsrobe. Ein Zeugnis dafür, dass in Afrika Walters Bildung wertlos, Owuors Wissen alleine ihnen ein Überleben ermöglicht! „Du schenkst mir deinen Mantel, Bwana?“ - „Das ist kein Mantel, das ist eine Robe. Ein Mann wie du muss eine Robe tragen.“ Owuor probierte das fremde Wort sofort aus. Weil es weder aus der Sprache der Jaluo stammte noch Suaheli war, machte es ihm große Schwierigkeiten im Mund und in der Kehle...“

Regina hingegen verbindet sich und ihr Wesen mühelos mit den Sitten und Bräuchen ihrer neuen Heimat. In nur kurzer Zeit spricht sie fließend Owuors Mundart und lernt, wie man die Erde liest. Als das Radio verstummt, legt sich Regina flach und regungslos hin, um der Erde ihre Geräusche zu entlocken. Was sie hört, bringt den Krieg, der nun endgültig aus dem fernen Deutschland ihre Farm erreicht hat. Die Engländer holen sich die Refugees, die geflohenen Deutschen, während die Briefe der Verwandten von Tod und Verderben sprechen. Der Krieg hautnah und doch weit weg, die Sehnsucht bleibt, die Sehnsucht nach Deutschland und seinen Menschen. Es folgt ein jahrelanges Kräftemessen mit fremden Kulturen und ungewohnter Arbeit, bis sie endlich heimkehren dürfen, aus einem „Nirgendwo in Afrika“ nach „Nirgendwo in Deutschland“.

„Owuor“, erinnerte sich Regina und schaute zum Fenster hinaus, um nicht das Gesicht ihres Vaters sehen zu müssen, „hat gesagt, ich muss dich beschützen.“... Sie hielten sich aneinander fest und glaubten, sie hätten denselben Weg vor sich. Walter hatte zum erstenmal das Land betreten, das ihm zu spät ein Stück Heimat geworden war. Regina aber genoss die Kostbarkeit des Augenblicks. Endlich hatte ihr Vater begriffen, dass nur der schwarze Gott Mungo die Menschen glücklich machte.

Die Sprache in dem Buch „Nirgendwo in Afrika“ ist eine besondere, sie ist eigen. Es ist, als stülpe sich Suaheli über europäisches Sprachverständnis und es gelingt eine Verbindung, die bildlich und einfühlsam wirkt. Wir dringen mit der Autorin Stefanie Zweig, deren eigene Geschichte „Nirgendwo in Afrika“ ist, in eine Welt vor, die uns fremd und gleichzeitig vertraut erscheint.
Der Roman wurde unter der Regie von Caroline Link verfilmt und mit fünf goldenen „Lolas“, dem Deutschen Filmpreis, ausgezeichnet. In dem Buch sind zahlreiche farbige Abbildungen aus dem Film enthalten.

Autorenportrait:
Stefanie Zweig, in Leobschütz/Oberschlesien geboren, wanderte 1938 mit ihren Eltern nach Kenia aus und verlebte ihre Kindheit auf einer Farm. 1947 kehrte die Familie nach Deutschland zurück. Heute lebt Stefanie Zweig als freie Autorin in Frankfurt. Für ihre Jugendbücher wurde sie mehrfach ausgezeichnet, 1993 erhielt sie die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Nirgendwo in Afrika

Stefanie Zweig
Nirgendwo in Afrika
Der Roman zum Film von Caroline Link
Heyne Verlag, München
ISBN 3-453-18565-X
364 Seiten, mit zahlreichen farbigen Abbildungen, Taschenbuch.
Unverbindliche Preisangabe: € 8,95 (D) / € 9,20 (A) / sFr 15,90

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