New York
Die illustrierte Geschichte von 1609 bis heute
(sl).
Es gibt Dinge, für deren Beschreibung reichen auch Superlative nicht mehr
aus – New York ist ein perfektes Beispiel dafür: Eine Stadt, die
nahezu jeden Menschen, der einmal dort war, in ihren Bann gezogen hat, die vor
multikulturellem Leben nur so strotzt und eine Stadt, die das schlimmste Attentat
der Geschichte traf und sie für immer verändern sollte.
New York wurde Anfang des 17. Jahrhunderts gegründet, es war der erste Grundstückshandel der Neuen Welt: Für italienische Glasperlen und gutes Tuch im Gegenwert von sechs Gulden ging, wie die Legende besagt, die indianische Felseninsel „Mana-hatta“ in holländischen Besitz über. „New Amsterdam“ hieß die Siedlung an der Südspitze, eine Mauer, „The Wall“, begrenzte sie nach Norden hin, dort betrieb man Handel mit den Indianern. Entlang dieser historischen Mauer der Holländer erstreckt sich heute die Wallstreet.
„Die Illustrierte Geschichte von 1609 bis heute“ ist denn auch der Untertitel des opulent ausgestatteten Bildbandes „New York“ – für den ebenfalls kaum Superlative ausreichen. Atemberaubend ist nicht nur sein Umfang, – rund drei Kilo schwer und über 600 großformatige Seiten dick – vor allem das historische Bildmaterial lässt einem oft den Atem stocken: Gleich auf der zweiten Doppelseite sind zwei Arbeiter zu sehen, die in schwindelerregender Höhe auf einem Baugerüst herumturnen und insgeheim fragt man sich, wie viele Menschleben der Bau der New Yorker Skyline eigentlich gefordert hat.
New York ist für viele der Inbegriff von Leben und Großstadt. Dass
sich die New Yorker sehr wohl ihrer Historie bewusst sind, legten die Recherchen
der drei Autoren Ric Burns, James Sanders und Lisa Ades offen, die anlässlich
einer TV-Dokumentation für das US-Fernsehen gemacht wurden. Auf eben dieses
Recherchematerial stützt sich denn auch der Bildband „New York“,
der der Metropole damit ein würdiges Denkmal setzt.
Entstanden ist ein überaus beachtenswertes Standardwerk, das in der Vielfalt der zusammengetragenen Bilder und Texte einzigartig sein dürfte. In sieben große Kapitel wurde das Buch eingeteilt. Befürchtungen, die Menge der geschichtlichen Fakten wäre trocken und langatmig, können vehement ausgeräumt werden: Abwechslungsreich und höchst lebendig wird die spannende Historie New Yorks beschrieben, gespickt von Anekdoten. Verschiedene Autoren trugen Essays und Interviews bei, untermalt von Zitaten berühmter Persönlichkeiten, was wiederum zu einer schönen Mischung führt, ähnlich der Mischung, in der die verschiedenen Kulturen der Welt in New York zusammenleben. Für die Deutsche Erstausgabe wurde noch ein Kapitel über den 11. September 2001, der Epilog, hinzugefügt. Das verwendete Bildmaterial ist hervorragend: Bestechende Fotografien, seltene Lithografien, historische Dokumente und Stadtpläne machen das Betrachten dieses Bildbandes zu einer abwechslungsreichen Erlebnisreise durch knapp vier Jahrhunderte turbulenten Wandels einer einzigartigen Metropole. Immer wieder kann man so Geschichte und Geschichten der Stadt New York entdecken.
Wen die Stadt gefangen genommen hat, sollte sich dem einzigartigen Bildband
„New York“ nicht entziehen, er gehört in das Regal jedes Liebhabers
dieser ebenso einzigartigen Stadt!
Autorenportrait:
Ric Burns ist Dokumentarfilmer und vor allem durch die Fernsehserie „The Civil War“ bekannt geworden, die er gemeinsam mit seinem Bruder Ken Burns für den US-amerikanischen Sender PBS produziert und geschrieben hat. Seine 6-teilige TV-Serie zu dem Bildband „New York“ wurde neben anderen namhaften Preisen mit einem Emmy, dem renommiertesten amerikanischen Fernsehpreis ausgezeichnet.
James Sanders, von Beruf Architekt, schreibt für namhafte Zeitungen und Magazine wie „New York Times”, „Los Angeles Times” und „Vanity Fair”. Er plant und entwickelt Projekte für öffentliche wie private Auftraggeber in New York und Los Angeles.
Lisa Ades betreute die Bildredaktion, sie hat gemeinsam mit Ric Burns verschiedene mehrfach prämierte Filme für das amerikanische Fernsehen gedreht.
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