Marienwunder aus aller Welt

Aufzeichnungen aus geheimen Archiven

Marienwunder aus aller Welt(tos). „Ohne Glaube geht es nicht mehr weiter“, warnt Autor Fritz Fenzl seine Leser. Gerade die Marienverehrung kann zum Glauben führen, ist sich der bayerische Theologe sicher. Denn Maria erschien keineswegs nur frommen Menschen, selbst ungläubigen Kommunisten hat sie sich schon gezeigt. So ist Fritz Fenzls Buch „Marienwunder aus aller Welt“ ein eindringlicher Appell, die Marienwunder nicht mit Missachtung zu strafen, sondern sie anzunehmen als das, was sie sind: göttliche Zeichen.

Maria hilft all denen, die sich an sie wenden, sie spricht Warnungen und Prophezeiungen aus, ruft zur Umkehr auf und tut Wunder. Die Vielzahl der Marienwunder – 427 waren es im 20. Jahrhundert – könne nicht mehr ignoriert werden, ist sich der katholische Religionslehrer sicher. Von 37 wahren Marienerscheinungen berichtet Fritz Fenzl in seinem neuen Buch. Angeordnet hat er sie nach Art der Erscheinung. Zunächst erzählt er wunderliche Begebenheiten mit Marienfiguren, dann geht er auf prophezeiende Marienerscheinungen ein. Mit der helfenden Gottesmutter, die die Menschen auch zur Umkehr bewegen kann, endet das Buch.

Frei von Widersprüchen ist das Marienbuch freilich nicht. So weist Fritz Fenzl einerseits mehrfach darauf hin, dass die Kirche alle Wunder aufs Sorgfältigste prüfe, andererseits fällt bei ihm die Kirche in Ungnade, wenn sie ein Marienwunder nicht anerkennt: „Ist es Zufall, dass ausgerechnet die Kirche als Institution sich so sehr sträubte, das Heroldsbacher Wunder anzuerkennen?“ Hat die Kirche hier womöglich nicht gründlich genug geprüft? Ebenso wenig ist Fritz Fenzl konsequent, was das Zweite Vatikanische Konzil angeht. Einerseits interpretiert er die Prophezeiung Marias durch den Erzengel Michael, dass zahlreiche Bischöfe, Kardinäle und Priester den Weg des Verderbens gehen werden, als Ablehnung des Zweiten Vatikanischen Konzils. Zugleich aber lässt er es sich nicht nehmen, gut hundert Seiten später aus den Texten des Konzils die positiven Aussagen zur Marienverehrung zu zitieren. Ist das Konzil nun als „Verderbnis“ abzulehnen oder darf man getrost die Ergebnisse des Konzils zitieren?

Fritz Fenzl kommt es auf solch theologische Fragen nicht so sehr an. Er will die Marienerscheinungen als Glaubenszeugnisse weitergeben. Zwar stellt er den knappen Berichten jeweils einen kurzen Kommentar zur Seite, doch sollen die Texte für sich sprechen. Fritz Fenzl hat Marienwunder vom Mittelalter bis in unsere Tage aus „geheimen“, also der breiten Öffentlichkeit nicht zugänglichen, Archiven zusammengetragen. Nicht immer müssen sie so eindrücklich sein wie bei Jane. Als sie an die vielen Schwangerschaftsabbrüche in Europa dachte, schwoll ihr der Bauch wie bei einer Schwangerschaft an: ein Sühneleiden für die vielen Opfer von Abtreibungen. Ansonsten kann Fritz Fenzl von weinenden Marienfiguren berichten, von Lichterscheinungen Marias und von zahlreichen helfenden Anrufungen der Gottesmutter. Es kommt dem Theologen nicht auf die spektakulären Erscheinungen an, die Marienerscheinungen von Lourdes erzählt Fritz Fenzl zum Beispiel erst in der Mitte des Buches. Maria kann in ihrem grenzenlosen Verständnis für die Menschen jedem begegnen, auf unterschiedlichste Weise.

Autorenportrait:
Dr. phil. Fritz Fenzl, geboren 1952, studierte in München Germanistik, katholische Theologie und Bildhauerei. Viele Jahre war er Leiter der Monacensia und der Handschriftensammlung der Landeshauptstadt München. Heute unterrichtet er am Gymnasium katholische Theologie und Deutsch. Er hat inzwischen über 30 Bücher geschrieben und zahllose Beiträge für Zeitungen und Rundfunk veröffentlicht.

Marienwunder aus aller Welt

Fritz Fenzl
Marienwunder aus aller Welt
Aufzeichnungen aus geheimen Archiven
Nymphenburger im Herbig Verlag, München
ISBN 3-485-00920-2
206 Seiten, Hardcover gebunden mit Schutzumschlag, Format 12,8 x 21 cm.
Unverbindliche Preisangabe: € 14,90 (D) / € 15,40 (A) / sFr 27,10

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