Maria Callas

Die Biografie

Maria Callas(sl). Sie war schon zu Lebzeiten ein Mythos und ist es heute immer noch: Maria Callas. Ihr Todestag jährt sich am 16. September 2002 bereits zum 25. Mal. Einst wie heute ist die Sopranistin der Inbegriff für die „Diva“, der eine göttliche Stimme in die Wiege gelegt wurde und deren Leben ähnlich tragisch endete wie das ihrer Bühnenfiguren.

Autor Stelios Galatopoulos hat mit seiner Biografie „Maria Callas“ ein Werk geschrieben, das seinesgleichen sucht. Ihm war es vergönnt, das Leben und die Karriere der Künstlerin als Opernkritiker stets aus nächster Nähe zu verfolgen und sie über 100 Mal live auf der Bühne zu erleben. Im Laufe der Jahre wurde aus dem Kritiker ein Freund, was schon für sich spricht, denn Künstler halten bekanntermaßen nichts von ihren Kritikern. Die Freundschaft zwischen Stelios Galatopoulos und Maria Callas vertiefte sich insbesondere nach ihrem Abtritt von der Bühne, in den Jahren vor ihrem Tod, und gab ihm die Möglichkeit, enge Freunde und Familienangehörige von Maria Callas kennenzulernen. Nachdem Stelios Galatopoulos zu ihren Lebzeiten bereits zwei Bücher über Maria Callas veröffentlicht hatte, setzte sie immer mehr Vertrauen in den Autor. Diese Vertrauensstellung ist die Basis der Biografie „Maria Callas“, in der Stelios Galatopoulos die Sopranistin erstmals selbst zu Wort kommen lässt. Schon der Prolog der umfangreichen Biografie zeigt, was dem Autor am meisten am Herzen liegt: Endlich alle falschen Legenden, die sich um die Callas ranken, aufzuklären.

In fünf große Teile ist der opulent ausgestattete Bildband unterteilt: „Die Anfänge“, als Maria Callas noch ein unsicheres Pummelchen war, über die ersten Höhenflüge, als die ehrgeizige Mutter Marias Geburtsurkunde fälschte, um ihr ein Stipendium am Konservatorium zu verschaffen. Teil zwei, „Die Primadonna“, erzählt vom ersten Auftritt an der Mailänder Scala, der dritte Teil, „Die Göttliche“, von ihren Triumphen auf zahlreichen Bühnen dieser Welt.
Der vierte Teil, „Primadonna assoluta” zeigt den Anfang vom Ende, als Maria Callas, inzwischen nach einem dramatischen Gewichtsverlust mit hervorragender Figur, mehr in den Klatschspalten als im Kulturteil zu finden war. Sie gab immer öfter an, „indisponiert“ zu sein und begann, Auftritte abzusagen. Aber auch von ihrer triumphalen Rückkehr nach Athen ist zu lesen, wo sie noch vor ihrem Konzert angefeindet wurde und das in einem unvergesslichen Beifallssturm endete. Und von der ersten, schicksalhaften Begegnung mit dem griechischen Reeder-Magnat Aristoteles Onassis wird berichtet, für den sie sich von ihrem ersten Mann scheiden ließ.

Im fünften Teil beschäftigt sich Stelios Galatopoulos mit Maria Callas’ Leben neben der Kunst, ihrem Abstieg und dem Rückzug von der Bühne. In Teil sechs, „Das Finale“, klärt Biograf Stelios Galatopoulos unter anderem ein Gerücht, das sich noch heute hält: Maria Callas sei mit 43 Jahren von Aristoteles Onassis zu einer Abtreibung gezwungen worden. Anhand von Fakten stellt er endgültig richtig, dass dies ein Hirngespinst der Klatschpresse war. Ihren Tod beschreibt Stelios Galatopoulos fast beiläufig – so, als wolle er nicht wahrhaben, dass sie nicht mehr da ist.

„Maria Callas“ dürfte die umfangreichste, vor allem aber ehrlichste und persönlichste Biografie über die Künstlerin sein, aus dem Englischen von Manfred Ohl und Hans Sartorius übersetzt, die als einmalige Sonderausgabe erschienen ist. Stelios Galatopoulos nimmt einen mit auf eine Reise, der man sich nur schwer entziehen kann. Eine Reise zu großartigen Triumphen auf den berühmten Opernbühnen dieser Welt, aber stets ohne Maria Callas überschwänglich zu heroisieren. Auch kritische Worte sind immer wieder zu finden, was fast ein wenig beruhigend wirkt, zeigen sie doch, dass auch „Göttinnen“ nicht unfehlbar sind. Wäre das Buch nicht über 500 Seiten lang, würde man es glatt in einer Nacht durchlesen, so nimmt einen „Maria Callas“ gefangen. Stelios Galatopoulos schreibt unterhaltsam und kurzweilig, spannend und kenntnisreich – schlicht ebenbürtig der Frau, deren einzigartige Stimme noch heute faszinierend ist.

Auch der 74 Seiten lange Anhang ist überaus beachtenswert. In ihm findet der interessierte Leser unter anderem eine ausführlichst kommentierte Diskografie, eine detaillierte Chronologie der Auftritte von Maria Callas und ein mehrseitiges Register.


Das Bildmaterial der Biografie „Maria Callas“ ist überwältigend. Zahlreiche Aufnahmen waren noch nie vorher öffentlich zu sehen. Gerade die Bühnenbilder von 1947 bis 1965 zeigen, mit welcher Inbrunst Maria Callas ihre Rollen sang und welch großes schauspielerisches Talent sie besaß. Da bekommt man beim Ansehen förmlich eine Gänsehaut, denn Maria Callas spielte ihre Rollen nicht, sie „lebte“ sie.


Die großartige Sopranistin Maria Callas verzauberte einst die Welt mit ihrer Stimme – jeden Leser wird diese ultimative Biografie verzaubern!

Autorenportrait:
Stelios Galatopoulos, seit 1947 mit Maria Callas persönlich bekannt, hat für zahlreiche Musikzeitschriften geschrieben. Er hält regelmäßig Vorträge über musikalische Themen und schreibt für alle großen Plattenfirmen, Opern- und Konzerthäuser regelmäßig Programmbeiträge.

Maria Callas

Stelios Galatopoulos
Maria Callas
Die Biografie
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main
ISBN 3-10-024413-3
574 Seiten, mit 350 größtenteils s/w-Abbildungen, Broschur, Großformat.
Unverbindliche Preisangabe: € 25,50 (D) / € k. A. (A) / sFr k. A.

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