Jeder Tag ein kleines Wunder
Der hautnahe Überlebenskampf eines Opfers des 11. September 2001
(sl). Nur wenige Tage vor dem ersten Jahrestag des 11. September 2001 ist das Buch „Jeder Tag ein kleines Wunder“ erschienen. Es erzählt die authentische und sehr unter die Haut gehende Geschichte von Greg und Lauren Manning, einfühlsam von Hedda Pänke aus dem Amerikanischen übersetzt.
Lauren, die attraktive, erfolgreiche Vizepräsidentin der amerikanischen Firma „Cantor Fitzgerald“ mit Sitz im World Trade Center steht am Morgen des 11. September 2001 in der Lobby der Twin Tower, als ein Feuerball aus dem Fahrstuhlschacht explodiert, sie in Brand setzt und innerhalb einer Sekunde ihr bisheriges Leben zerstört. Ihr Ehemann Greg, der von der Terrasse zuhause die Katastrophe sehen kann, beschreibt in seinem Vorwort wie schlimm die fassungslose Ungewissheit ist, bis er weiß, dass seine Frau in einem Krankenhaus liegt. Er trifft sie bei vollem Bewusstsein an. „Bring mich in eine Klinik für Brandverletzte“, waren ihre ersten Worte. Dann fügte sie hinzu: „Ich stand in Flammen, Greg. Und ich betete darum, sterben zu dürfen. Aber dann beschloss ich, für Tyler und dich am Leben zu bleiben.“
Tyler, der damals 10 Monate alte Sohn, wird in den nächsten Tagen und Wochen von Verwandten und Freunden betreut, während Greg die meiste freie Zeit am Bett seiner Frau wacht. Laurens Haut ist zu 82,5 Prozent verbrannt, ihre Überlebenschancen stehen bei gerade mal 15 Prozent. Während Lauren im künstlichen Koma liegt, beginnt Greg Manning sehr persönliche und anrührende Emails an Freunde, Bekannte und Kollegen zu schreiben, in denen er über den täglichen Zustand seiner Frau berichtet, und über sein eigenes Zurechtkommen mit der veränderten Lebenssituation erzählt.
Die erste Email ist vom 19. September 2001, die Letzte vom 18. Dezember 2001, von Lauren selbst geschrieben. Dazwischen liegen drei Monate Überlebenskampf, Tage und Wochen zwischen Hoffen und Bangen und die Geschichte einer medizinischen Sensation. Denn kaum einer der Ärzte gab Lauren Manning eine reale Überlebenschance. Doch Laurens unglaublicher Lebenswillen war stärker.
Manche Passagen erinnern an amerikanische Fernsehserien, wenn beispielsweise einige Krankenschwestern in Tränen ausbrechen, als Lauren 36 Tage nach dem 11. September erstmals ein kleines Stück auf dem Krankenhausflur läuft. Doch spiegelt sich darin besonders deutlich die amerikanische Mentalität wieder, deren Anteilnahme für uns Europäer oftmals so übertrieben scheint, weil wir sie hier nicht in diesem Maße kennen. So kann es auch passieren, dass einem das eine oder andere schon kitschig erscheint, besonders wenn es um die Gefühle zwischen Greg und Lauren geht, deren Liebe manchmal schon fast unwirklich erscheint und doch so eindrücklich dokumentiert wird.
Tatsache ist, dass „Jeder Tag ein kleines Wunder“ ein ergreifendes Buch ist, dem sich sicher kaum ein Leser entziehen kann – ohne Taschentuch sollte man es jedenfalls nicht lesen. Es zeigt aber auch, – wie so oft – dass es immer wieder Glück im Unglück gibt: Hätte sich nämlich Lauren am Morgen des 11. September nicht verspätet, und wäre eine Konferenz von Greg nicht verschoben worden, wären beide, Greg und Lauren Manning, bereits an ihren Arbeitsplätzen im 107. und 105. Stock des World Trade Centers gewesen.
Und wenn Lauren in ihrer ersten Email nach dem 11. September 2001 schreibt „Gott schütze euch und erhalte euch alle in guter Gesundheit ... Ich liebe euch alle.“, fühlt man sich persönlich berührt, als hätte man Greg und Lauren auf den vergangenen 390 Seiten unmittelbar auf ihrem schweren Weg begleitet und hautnah erlebt, wie „Jeder Tag ein kleines Wunder“ in ihrem Heilungsprozess geschah.
Autorenportrait:
Greg Manning Absolvent der University of Pennsylvania, arbeitete als Journalist, Lektor und in leitenden Marketingfunktionen in der Finanzindustrie. Zur Zeit ist er Marketingchef bei „Euro Brokers“, einer der Firmen, die ihren Sitz im World Trade Center hatten. Er lebt mit seiner Frau Lauren und ihrem kleinen Sohn in New York.
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Greg Manning
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