Island

Insel aus Feuer und Eis

Island(emk). So geheimnisvoll wie die Insel im Nordmeer gibt sich der Bildband über Island schon von außen: Auf dem Buchumschlag ist der Aldeyarfoss, der Wasserfall, der sich zwischen Basaltfelsen, die wie Orgelpfeifen geformt sind, in die Tiefe eines großen, dunklen Beckens stürzt. Schlägt man das Buch auf, so wird man überwältigt von den großartigen Landschaftsaufnahmen über Einzel- und Doppelseiten, die alle ebenfalls das Geheimnisvolle, Dunkle und Ursprüngliche der Insel betonen. – So muss die Erde am Schöpfungstag ausgesehen haben.

Dorthin, wohin kein Tourist seinen Fuß setzt, haben sich Olivier Grunewald und Bernadette Gilbertas begeben. Auf ihren Reisen mit dem Flugzeug oder zu Fuß entstanden beeindruckende Bilder von Gletscherzungen, weit verzweigten Flüssen und Bächen; Klippen, Meer und Strand, bunter Tundra und leuchtend grünem Moos unter dramatischem Himmel – immer menschenleer und von unendlicher Weite. Es gibt aber auch Detailaufnahmen von Schwefelkristallen, erstarrter Lava, Schlammlöchern, Geysiren, Eisskulpturen und einige Fotos der auf Island beheimateten Vögel oder dem Islandpony im Schnee.

Menschen kommen auf den Bildern von Olivier Grunewald nicht vor, werden aber im beschreibenden Text, übersetzt von Marcus Würmli, berücksichtigt. Autorin Bernadette Gilbertas erzählt, dass die Isländer sich ihrer Insel anpassten, ohne je versucht zu haben, sie zu besiegen. „Nur der eiserne Wille der Menschen, die zu allem bereit waren, im ihre Identität und ihren Individualismus zu verteidigen, garantierte das Überleben der Kultur Islands“.

Die Texte der Geografin Bernadette Gilbertas zu diesem imposanten Bildband im Großformat gehen weit über reine Bildbeschreibungen hinaus. (Außerdem sind die Bilder so schön, dass sie sich gar nicht beschreiben ließen.) Vielmehr handelt es sich hier um gut verständliche Erläuterungen der geologischen Zusammenhänge, die zur Entstehung dieser einzigartigen Landschaft auf Island maßgeblich sind und waren. Die Autorin behandelt außerdem die Entdeckungsgeschichte der Insel, die Frage nach der Klimaveränderung und deren Konsequenzen für Island oder die Entstehungsgeschichte der Erde, die sich auf Island so gut wie nirgends sonst ablesen lässt. - Nur in einem Punkt irrt Bernadette Gilbertas: Kap Látrabjarg auf Island ist nicht der westlichste Punkt Europas, sondern Faja Grande auf der Azoren-Insel Flores.

Die Wikinger nannten Island „das rebellische Ende der Welt“. Im französischen Original wird dieses Zitat für den Buchtitel übernommen – warum der Delius Klasing Verlag nicht den Titel „Island, die rebellische Insel“ beibehalten hat, bleibt fraglich, denn „Insel aus Feuer und Eis“ ist doch schon allseits bekannt.

Der Bildband „Island“ ist kein Reiseführer im üblichen Sinne, sondern Island, so wie es ist: Von seiner geheimnisvollen Seite fotografiert sowie aus geschichtlicher und geologischer Sicht betrachtet. Ein Buch für alle, die Island schon kennen und für alle, die Island kennen lernen möchten, zum Staunen, Studieren und zum selber erleben!

Autorenportrait:
Bernadette Gilbertas, Geografin, war Universitätsdozentin und leitete 10 Jahre eine große Naturschutzorganisation in Frankreich.

Fotografenportrait:
Olivier Grunewald, seit mehr als 20 Jahren weltweit für seine Naturfotografie bekannt, erhielt zahlreiche international renommierte Preise für sein Werk.

Island

Bernadette Gilbertas
Island
Insel aus Feuer und Eis
Mit Fotos von Oliver Grunewald
Edition Delius im Delius Klasing Verlag, Bielefeld
ISBN 3-7688-1409-2
192 Seiten, mit 153 Farbfotos und einer farbigen Karte, Hardcover gebunden mit Schutzumschlag, Großformat 24,5 x 33 cm.
Unverbindliche Preisangabe: € 39,90 (D) / € 41,10 (A) / sFr 67.-

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