Hesse in Tübingen

Die Bedeutung der Tübinger Jahre in Hermann Hesses Lebensweg

Hesse in Tübingen(emk). Zum Gedenkjahr rechtzeitig erschienen ist „Hesse in Tübingen“, eine komprimierte Beschreibung von Hermann Hesses nur vier Jahre andauernden Aufenthalt in Tübingen. Hermann Hesse absolvierte hier eine Buchhändler-Lehre und ein Gesellenjahr in der Buchhandlung Heckenhauer, nachdem er Gymnasium, Seminar und zwei vorherige Lehren abgebrochen hatte. Seine ersten Gedichte entstanden in Tübingen. Die Stadt ist Kulisse für seine Erzählung „Hermann Lauscher“, und Tübinger Gestalten verarbeitete er in seiner ersten Novelle „Im Presselschen Gartenhaus“. „Ich lebe eigentlich fein – fein“, hat Hesse über seine Tübinger Zeit gesagt, eine Zeichnung von seinem Zimmer angefertigt, seine Kollegen charakterisiert und daran gearbeitet, ein berühmter Dichter zu werden.

Angereichert mit vielen Fotos, teilweise aus Privatbesitz, eingestreuten Tagebuchnotizen und Zitaten aus Hermann Hesses Briefen wird ein Bild der Universitätsstadt Tübingen am Ende des 19. Jahrhunderts entworfen und das Studentenleben geschildert, zu dem Hesse jedoch leider nicht gehörte.


Die Stadt Tübingen erinnerte sich erstmalig 1954 an Hermann Hesse mit einer Gedenktafel, die dann aber erst 1963, am 9. August, dem ersten Todestag Hesses, an „seiner“ Buchhandlung angebracht wurde. Darum ist dieses Buch wohl notwendig und schon längst fällig. Es ist ein Verdienst des Verfassers, Wilfried Setzler, endlich ein bisschen Licht vom Ruhme Hermann Hesses auf die Stadt Tübingen scheinen zu lassen.

Autorenportrait:
Prof. Dr. Wilfried Setzler ist Leiter des Tübinger Kulturamts und Honorarprofessor der Universität Tübingen. Er ist durch zahlreiche landesgeschichtliche Veröffentlichungen hervorgetreten und ist Autor des Buches „Mit Mörike von Ort zu Ort“.

Hesse in Tübingen

Wilfried Setzler
Hesse in Tübingen
Erzählungen und Betrachtungen
Silberburg-Verlag, Tübingen
ISBN 3-87407-509-5
120 Seiten, mit 23 Abbildungen, broschiert.
Unverbindliche Preisangabe: € 9,90 (D) / € k. A. (A) / sFr k. A.

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