Hermann Hesse privat

In Texten, Bildern und Dokumenten

Hermann Hesse privat(mb). Uli Rothfuss nennt dieses Buch das „An-der-Hand-genommen-werden“ durch Hermann Hesse und er hält Wort, 224 Seiten lang. Wir wandern auf des Schriftstellers Pfaden, begehen Gassen und Brücken in dessen Heimatstadt Calw, bekommen die eine oder andere Anekdote über Hermann Hesse erzählt, die diesen unscheinbaren Gassen oder Brücken ein Stück Ewigkeit schenkt. Seine Rolle in den beiden Weltkriegen wird ausgeleuchtet, politikkritische Aufsätze und offene Briefe machten schon sehr bald aus ihm den geächteten „Vaterlandsverräter“. Auch räumt der Autor mit so manchem Vorurteil auf, zeigt Hermann Hesse von einer Seite, die nur wenigen vertraut war, offenbart Gedanken und Sorgen des Dichters ohne die geringste Spur Voyeurismus.

„Dichter oder gar nichts“ wollte er werden und die Zielstrebigkeit des jungen Hermann Hesses wurde bereits 1904 belohnt: „Peter Camenzind“ machte ihn auf einen Schlag berühmt. Aber im Erfolg wartete nicht nur das erhoffte Glück. „Ich gäbe meinen letzten Pfennig dafür, wenn ich den Camenzind anonym ausgegeben hätte“, schrieb er in einem Brief an seinen Freund Ludwig Finckh. „Dieses Berühmt sein ist eine elende, traurige und im Kern lächerliche Sache.“ Er fühlte sich bedrängt von Neugierigen, ließ an der Einfahrt das Schild „Bitte keine Besucher“ anbringen und meinte damit die Fans, die in seine Privatsphäre eindrangen, meinte nicht die Freunde, die er auch weiterhin mit offenen Armen empfing.

Hermann Hesse gehörte zu jenen Schriftstellern, die ihre Sorgen und Freuden direkt in ihren Werken literarisch verarbeiteten. Sein Sohn Heiner sagt hierzu: „Der private Hermann Hesse ist wirklich sorgfältigen und aufmerksamen Lesern durch seinen „Kurgast“, „Steppenwolf“ und „Narziss und Goldmund“ eigentlich längst bekannt.“ Die Kreativität Hermann Hesses reichte weit über „nur“ Schriftstellerei. Er fand Zufriedenheit und Glück genauso in der Malerei, bei der Gartenarbeit und mindestens so in der Musik. Ihn hatte die Muße geküsst, er liebte mit allen Sinnen, und doch oder eben deswegen, drohte er bereits in jungen Jahren an Selbstzweifeln und Lebensfrust zu zerbrechen.

Mit „Hermann Hesse privat“ lernen wir den meistgelesenen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts hinter den Kulissen kennen, er wird mit jedem Kapitel, mit jeder der zahlreichen Abbildungen, mit jedem Briefauszug und jedem Interview vom Nobelpreisträger zum freundlichen Nachbarn. Hermann Hesse ganz privat eben!

Autorenportrait:
Uli Rothfuss, geboren 1961 in Ebershardt/Württemberg, Ausbildung zum Kriminalbeamten, Studium der deutschen Sprache und Literatur, des Studiengangs „gehobener Kriminaldienst“ sowie der Soziologie mit Schwerpunkt Kriminalwissenschaften. Lehrauftrag in Soziologie an der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg. Lehraufträge für zeitgenössische deutsche Literatur und Literaturpädagogik im In- und Ausland, u. a. als Dozent an der Internationalen Hochschule für Kunsttherapie Überlingen und als Honorarprofessor an der Staatlichen Hochschule für Sprachen in Baku/Aserbaidschan. Autor von inzwischen zwölf Büchern, darunter mehrere über Hermann Hesse. Verschiedene Literaturpreise und Stipendien. Der Autor lebt in Calw im Nordschwarzwald, der Geburtsstadt Hermann Hesses.

Hermann Hesse privat

Uli Rothfuss
Hermann Hesse privat
In Texten, Bildern und Dokumenten
edition q im Quintessenz Verlag, Berlin
ISBN 3-86124-350-4
2., ergänzte Auflage, 224 Seiten, mit 113 teils farbigen Abbildungen, Hardcover gebunden mit Schutzumschlag.
Unverbindliche Preisangabe: € 19,40 (D) / € 19,40 (A) / sFr 33.-

Buch bestellen.

© Copyright by: Public Dialog Hamburg

www.literaturtipp.com

Impressum