Gebrauchsanweisung für Hamburg
Eine lustig-nette Hommage an die Stadt und deren Einwohner
(fap). Es muss schon jemand aus dem Süden kommen, um Hamburg mit der nötigen Distanz wohlwollend beschreiben zu können. Zumindest wenn es so meisterlich gemacht wird, wie Autor Stefan Beuse es tat. Zunächst einmal ist das Buch „Gebrauchsanweisung für Hamburg“ kein Reiseführer, sondern eine zwar leider unbebilderte, aber dafür sehr bildhafte Hommage an die Einwohner der Stadt mit ihren besonderen Eigenschaften und Eigentümlichkeiten. Eine Reise zum Wesen von Stadt und Hanseat. So etwas kann natürlich nur von einem „Quiddje”, wie ein Zugereister in Hamburg heißt, bewerkstelligt werden. Und so beschreibt Stefan Beuse, wie er Hamburg kennenlernte, wie er mit seiner Cousine eine Spritztour machte und sich dabei in den Anblick der Kräne vom Containerterminal verliebte. Jenem Blick den man also hat, wenn man sich über die A7 aus Süden kommend durch die Elbtunnelstaus quälen muss.
Mit einem herrlich unverbauten Blick bringt der Autor Tatsachen ans Tageslicht, die selbst eingefleischte Hanseaten nicht wussten. Das langt von der Feststellung, dass Hamburg mehr Brücken als Venedig hat bis hin zum Fakt, dass in der Aalsuppe gar kein Aal drin war – ursprünglich. Weil „al” aus dem Hamburgischen für „Alles” steht. Nur dass die Gastronomen müde wurden, diesen Umstand aufzuklären und man nun tatsächlich auch Aal in der Aalsuppe findet. Oder die Bezeichnung für Hamburger (dem Fleischstück zwischen zwei Brötchenhälften) aller Wahrscheinlichkeit wirklich aus Hamburg stammt, um die Jahrhundertwende bekannt als „Rundstück warm”, und nach Amerika von Auswanderern exportiert wurde. Stets verbindet der aus Westfalen stammende Autor Fakten mit „Döntjes”, also kleinen Geschichtchen. Er versucht, vorherrschende Meinungen über das „Hoch im Norden” (Eigenwerbung von Hamburg) zu widerlegen, zu bestätigen oder einfach nur nachzuweisen. Unterteilt in kurze Kapitel, ist der Leser nach der Lektüre des Buches gut unterhalten worden, hat tatsächlich einen Einblick in Wesen von Stadt, Land und Leuten bekommen und kann mit lustigen Tatsachen protzen. Und das langt vom Hamburger Dom über das Schietwetter bis hin zu Geschichtlichem und Alltäglichem. Also, „Gebrauchsanweisung für Hamburg“ bestellen, ins Auto Richtung Elbtunnel setzen oder den Zug nehmen und nicht am Hauptbahnhof, sondern eine Station später am Dammtor aussteigen – Sie werden schon sehen, warum.
Autorenportrait:
Stefan Beuse, Jahrgang 1967, lebt als freier Autor in Hamburg.
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Stefan Beuse |
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