Die verbotene Wahrheit
Die Verstrickungen der USA mit Osama bin Laden
(tmj).
Seit dem 11. September 2001 lässt sich beobachten, dass als Erklärungsmuster
für Terrorismus ein sehr vereinfachender Mechanismus bedient wird: Die
Polarisierung in eine westliche Welt und eine fundamentalistische islamische
Welt. Eine friedliche Annäherung scheint undenkbar, im Gegenteil, die Angst
wächst vor weiteren Terroranschlägen und militärischen Gegenaktionen.
Sich einen Sachverhalt, gerade wenn er bedrohlich und hochkomplex ist, in solch
vereinfachtem Schwarz-Weiß-Denken aufzulösen, mag menschlich verständlich
sein, ist aber falsch und in der Folge möglicherweise fatal.
Den beiden Autoren Jean-Charles Brisard und Guillaume Dasquié ist zu danken, dass sie sich die immense Arbeit machen, hinter diese plakativen Bühnenbilder zu steigen und den eigentlichen Motiven der Hauptdarsteller nachzugehen. Was man da in dem Buch „Die verbotene Wahrheit“ zu lesen bekommt, lässt einem den Atem stocken und ist mitunter so spannend wie ein Politthriller. Was die öffentlichen Medien verschweigen und aufgeklärte Kreise nur hinter vorgehaltener Hand munkeln, wird in diesem flüssig geschriebenen und aufwendig recherchierten Buch, aus dem Französischen von Karola Bartsch, Eliane Hagedorn und Jutta Kaspar übersetzt, detailliert vorgelegt und überprüfbar gemacht: Die wirklichen Motive US-amerikanischer Außenpolitik werden von egoistischen Interessen motiviert.
Gerade in Afghanistan geht und ging es um Erdöl und Erdgas, politische Einflussnahme aus militärstrategischem Interesse und Unterstützung der Taliban-Opposition gegen die damalige Sowjetunion. Es werden Namen genannt und interessante Portraits zum Teil dubioser Personen gezeichnet, ebenso Fakten präsentiert, die unglaublich scheinen: So gab es noch im Sommer 2001 geheime Verhandlungen der US-Administration mit den Taliban.
Apropos Fakten: Der Anhang des Buches umfasst rund 100 Seiten. Dort sind Materialien,
Quellenangaben und Schaubilder zu finden, die Verflechtungen des Osama bin Laden-Clans
weltweit beweisen sowie Dokumente, die erstmals veröffentlicht werden wie
beispielsweise der erste internationale Haftbefehl gegen Osama bin Laden im
März 1998.
„Die verbotene Wahrheit“ wird Furore machen und seine Leser werden zukünftig die TV-Nachrichten und die Tageszeitung mit anderen Augen sehen, wenn überhaupt…
Autorenportrait:
Jean-Charles Brisard, geboren 1968, war politischer und Wirtschaftsberater und gründete eine eigene Wirtschaftsauskunftei, die er heute leitet.
Guillaume Dasquié, geboren 1966, ist Wirtschaftsjournalist und Chefredakteur des Online-Magazins „Intelligence Online“. Er lehrt an der Universität Marne-la-Vallée.
© Copyright by: Public Dialog Hamburg