Die Tragödie des Westens

Beiträge und Interviews nach dem 11. September 2001

Die Tragödie des Westens(tj). Als der Herausgeber dieses Buches, Dieter Stein, 1986 mit anderen Studenten in Freiburg im Breisgau die Wochenzeitung „Junge Freiheit“ ins Leben rief, war nicht zu ahnen, dass sich daraus, von Großverlagen gänzlich unabhängig, ein Forum für kontroverse Debatten, Meinungen und Nachrichten entwickeln würde. Diese unbekümmerte Frische ist auch in der vorliegenden Dokumentation zum 11. September 2001 „Die Tragödie des Westens“ zu spüren, versammeln sich doch darin die Beiträge unterschiedlichster Autoren: Der Fernsehkorrespondent Peter Scholl-Latour ist ebenso vertreten, wie die in der Diskussion um die Terroranschläge bekannt gewordene indische Schriftstellerin Suzanna Arundhati Roy (Ulrich Wickert hatte sie zum Unmut Vieler zitiert!), oder der Journalist und frühere Chef des Fernsehmagazins „Report“, Franz Alt.

Textbeiträge und Interviews wechseln sich ab, was zur guten Lesbarkeit des Buches sehr beiträgt. Deutlicher als in den meisten anderen deutschen Medien wird die Eigenverantwortlichkeit der USA an den Attentaten benannt, wie schon die Überschriften der Texte zeigen: „Die USA ernten die Früchte ihres Staatsterrors“ heißt der Beitrag von Alain de Benoist, und die bereits erwähnte Suzanna Arundhati Roy titelt: „Freiheit für die einen ist Sklaverei für die anderen“. Gerade dieser Beitrag der streitbaren Schriftstellerin zeigt, dass der Grad an Freiheit in einer Gesellschaft nicht nur an offensichtlichen unterdrückenden Strukturen abzulesen ist, sondern auch an der Meinungsvielfalt, die ihr in Deutschland angesichts der Terrorthematik fehlt: „Was ist denn nur los mit Deutschland? Warum darf ich so etwas sagen, nicht aber Herr Wickert? Glaubt Ihr Deutschen denn, in den Köpfen der Menschen wehen kleine Fahnen? Was ich gesagt habe, habe ich als Weltbürgerin gesagt, nicht als Inderin. Ich dachte, Deutschland sei ein freies Land?“

Wer sich schnell, vielfältig und doch auf hohem Niveau mit den Gründen für die Terroranschläge auseinandersetzen will, ist mit diesem frechen Buch gut beraten.

Herausgeberportrait:
Dieter Stein, 1967 in Ingolstadt geboren, studierte Geschichte und Politik in Freiburg. Dort gründete er mit anderen Studenten 1986 die Wochenzeitschrift „Junge Freiheit“. 1990 wurde daraus ein eigener Verlag, der seit 1993 in Berlin Bestand hat und dessen Geschäftsführer Dieter Stein bis heute ist.

Die Tragödie des Westens

Dieter Stein (Hrsg.)
Die Tragödie des Westens
Beiträge und Interviews nach dem 11. September 2001
Mit einem Vorwort von Dieter Stein
Verlag Junge Freiheit, Berlin
ISBN 3-929886-10-3
228 Seiten, mit 9 Fotografien und Karikaturen, Paperback.
Unverbindliche Preisangabe: € 9,90 (D) / € k. A. (A) / sFr k. A.

Buch bestellen.

© Copyright by: Public Dialog Hamburg

www.literaturtipp.com

Impressum