Die Bibel nach Biff

Die wilden Jugendjahre von Jesus, erzählt von seinem besten Freund

Die Bibel nach Biff(tmj). „Bartholomäus und sein Gestank ritten auf dem einen Kamel, während Josua und ich uns das andere teilten.“ – in diesem Stil geht es bei Christopher Moores rasanter Reise in „Die Bibel nach Biff“, von Jörn Ingwersen spritzig übersetzt, durch das Leben von Jesus H. Christus. Die Story beruht auf der historischen Tatsache, dass das Leben des Messias zu weiten Teilen im Dunkeln liegt.

Der Engel Raziel muss sich nun mit dem vom Tode erweckten Augenzeugen Biff herumschlagen, der allerdings lieber durch das 21. Jahrhundert streifen würde, als seinem Auftrag als Biograph nachzukommen. So sperrt Raziel ihn in ein Hotelzimmer in St. Louis ein und lässt ihn nicht mehr aus den Augen. Doch auch der Engel ist vor den Anfechtungen der heutigen Zeit nicht gefeit und verfällt zusehends amerikanischen Seifenopern und Pizza. Die Sache droht aus den Fugen zu geraten, zumal Biff noch die Sehnsucht einer unvollendeten Liaison mit Maria Magdalena in sich trägt. Ob sich da noch ein spätes Happy End anbahnt, wird hier nicht verraten. Erwähnt sei aber, dass sich auf der letzten Seite des Epilogs klärt, was denn das H. zwischen Jesus und Christus bedeutet: Es steht für „Heilig“. Biffs abschließender Kommentar hierzu: „Verdammt, ich hätte auf Harvey getippt“.

Wer jetzt nur sinnlosen Klamauk und Spektakel erwartet, wird aber enttäuscht – Gott sei Dank. Im sehr lesenswerten Nachwort – vielleicht sollte man die Lektüre damit sogar beginnen – macht der Autor klar, dass er hinter seinem humorigen und mitunter respektlosen Stil andere und auch ernste Absichten verbirgt: Mehrere Jahre hat Christopher Moore die historischen Hintergründe der beschriebene Epoche recherchiert und stellt bewusst manche Aspekte in den Vordergrund, die sonst im Kontext kirchlicher Betrachtung unerwähnt bleiben: So dürfte beispielsweise die geschilderte sexuelle Frühreife eine historische und das Überleben sichernde Tatsache gewesen sein, denn die Lebenserwartung lag damals für die meisten Menschen bei weit weniger als 40 Jahren.

Die humorvolle Haltung des Autors spiegelt auch ein dem ersten Kapitel vorangestellte Satz von Voltaire: „Gott ist ein Komödiant, der vor einem Publikum spielt, das sich nicht zu lachen traut.“ Der Goldmann Verlag wirbt nun auf der Buchrückseite mit einem Zitat aus dem „Playboy“: „Sollte es noch einen witzigeren Autor geben, so möge er vortreten.“ Ob man den hintergründigen Aspekten dieses Schelmenromans damit gerecht wird und den Leser nicht sogar irreführt, ist allerdings mehr als fraglich.

Das Buch „Die Bibel nach Biff“ ist eine schmissige wie auch tiefsinnige Road Story über das Christentum, und wer auch schon über Monty Pythons „Das Leben des Brian“ lachen konnte, kann sich auf großen Lesespaß freuen!

Autorenportrait:
Christopher Moore, ehemaliger Journalist, wird von der Kritik zu Recht immer wieder mit Douglas Adams und Terry Pratchett verglichen. Seine Romane wie „Flossen weg!“ haben in Amerika Kultstatus. Er lebt in Cambria, Kalifornien.

Die Bibel nach Biff

Christopher Moore
Die Bibel nach Biff
Die wilden Jugendjahre von Jesus, erzählt von seinem besten Freund

Aus dem Englischen von Jörn Ingwersen
Goldmann Verlag, München
ISBN 3-442-54182-4
Deutsche Erstveröffentlichung, 574 Seiten, Taschenbuch.
Unverbindliche Preisangabe: € 10,90 (D) / € k. A. (A) / sFr k. A.

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Die Bibel nach Biff

Christopher Moore
Die Bibel nach Biff
Die wilden Jugendjahre von Jesus, erzählt von seinem besten Freund

Gelesen von Hugo Egon Balder

Aus dem Englischen von Jörn Ingwersen
Verlag Random House Audio, Köln
ISBN 3-89830-903-7
4 CDs, Laufzeit ca. 280 Minuten.
Unverbindliche Preisangabe: € 29,50 (D) / € k. A. (A) / sFr 54,20

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