Die Bibel
erschlossen und kommentiert von Hubertus Halbfas
(emk). „Welch ein Buch!“ Dieses Zitat von Heinrich Heine, das sich auf die Bibel bezieht und das auf der ersten Seite des Vorworts in der Randzeile steht, möchte man als Überschrift für dieses kenntnisreiche, umfassende Werk von Hubertus Halbfas setzen.
Der Autor hat eine Bibelausgabe in Grundzügen zusammengesellt und gleichzeitig die Ergebnisse der heutigen Forschung berücksichtigt und kommentiert. „Selbst wenn die Bibel das meinst verbreitete Buch ist, so ist sie doch gleichzeitig das am wenigsten bekannte und noch weniger verstandene. Man mag eine Bibel im Haus haben, aber man liest sie kaum oder findet die Lektüre unbefriedigend, weil sich auf Schritt und Tritt Hindernisse und Probleme einstellen, die ohne Hintergrundinformationen nicht lösbar sind.“
Hubertus Halbfas beginnt mit seiner Erschließung der Bibel in einem Kapitel über die Religionswelt des Alten Orients. Für das Alte Testament verwendet er die Bezeichnung „Jüdische Bibel“ und berichtet über ihre Entstehung aus mündlicher Überlieferung Der Autor und Herausgeber folgt dann in seiner Auswahl der Urgeschichte und der vorstaatlichen Zeit Israels bis zum Einbruch einer neuen Welt und der Verfolgung der jüdischen Religion, so wie sie der Reihenfolge nach in den Büchern der Bibel aufgeschrieben ist. Den zweiten Teil bilden Kommentar und Erschließung des Neuen Testaments, seine Entstehung, den verschiedenen Evangelien und der historischen Jesusforschung.
Autor Hubertus Halbfas empfiehlt, das Buch „Die Bibel“ kontinuierlich „von vorne nach hinten“ zu lesen, „weil der Text dem Gang der Geschichte folgt“. Die Bibelausgabe von Hubertus Halbfas enthält erstmalig den Bibeltext unmittelbar verbunden mit der Auslegung. Gleichzeitig vermittelt das Werk einen umfassenden Überblick über Religions- und Kulturgeschichte unter Einbeziehung von Literatur, Philosophie und Kunst. Farbig unterlegte Seiten geben im Sachzusammenhang ausführliche Erläuterungen zu Einzelthemen wie etwa die Rolle der Propheten in Israel. Einige Karten bieten geografische und politische Informationen. Die Randzeilen enthalten lexikalische Beiträge, literarische Texte oder kleinere Abbildungen. Leider sind weder Bilder noch Zitate vollständig nachgewiesen. Das Text- und Abbildungsverzeichnis ist nach Seitenzahlen geordnet und nicht komplett, ein Quellenverzeichnis fehlt; da hilft die Autorenliste mit Lebensdaten auch nicht weiter.
Dem Vorwort symbolhaft vorangesellt ist „Die Bücherwaage“, eine Zeichnung von Quint Buchholz. Auf dem Bild ist auf einer Wippe links ein gewichtiges Buch (die Bibel?) zu sehen, und auf der anderen Seite ein ganzer Stapel Bücher, die Waage ist im Gleichgewicht (Quint Buchholz zeichnete übrigens auch das Bild für die Startseite von „Literaturtipp“). Die dann folgenden zahlreichen Abbildungen in dem Band sind so ausgewählt, dass sie den Text nicht wiederholen, sondern sie sollen neue Sichtweisen vermitteln „oder verknüpfen mit Vorgängen der biblischen Wirkungsgeschichte, wie sie bis heute andauert.“
Das Umschlagbild zeigt den Propheten Jesaja aus einem Fresko von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle. Man muss kein Prophet wie Jesaja sein, um voraus zu sagen, dass dieses kompakte und differenzierte Werk für Theologen und für den geschichts- und kulturinteressierten Leser gleichermaßen interessant ist. Die Entwicklung des christlichen Glaubens lässt sich nachvollziehen, wenn man „Die Bibel – erschlossen und kommentiert von Hubertus Halbfas“ kontinuierlich „von vorne nach hinten“ gelesen hat.
Autorenportrait:
Hubertus Halbfas, geboren 1932, Dr. theolg., war zuletzt Professor an der Pädagogischen
Hochschule Reutlingen. Er ist außerdem Autor des Werks „Das
Christentum – erschlossen und kommentiert von Hubertus Halbfas“.
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