Dichter und ihre Häuser

Mit einem Prolog von Marguerite Duras

Dichter und ihre Häuser(sl). Mit ein wenig Ehrfurcht öffnet man den Bildband „Dichter und ihre Häuser“, wissend, dass sich gleich etwas offenbart, zu dem man sonst keinen Zutritt bekommt: Dort haben sie gelebt, geschaffen und gelitten, haben sich vom Wunsch nach Einsamkeit und dem Bedürfnis zu schreiben einfangen lassen. Sie haben es geliebt und es hat sie glücklich gemacht: ihr Haus!

Bei den meisten Schriftstellern spielt das eigene Haus eine bedeutende Rolle. Es gibt nicht nur seinen Erinnerungen eine Ordnung, besänftigt seine Ängste und belebt seine Gedanken, es ist auch oftmals ein Ort der Inspiration. Viele Autoren ließen Begebenheiten ihres Hauses, der Einrichtung und der Nachbarschaft in ihre Erzählungen mit einfließen.


In dem großformatigen reichbebilderten Band werden die Wohnstätten bedeutender Autoren nach dem Alphabet vorgestellt: Tania Blixen, in deren Haus Nahe Kopenhagen sich dänischer Stil mit ihrer Liebe zu Afrika harmonisch vereinigt. Jean Cocteau, der einst meinte, er „habe das Haus erstanden, das auf mich wartete“. Lawrence Durrell, dem die Verandatüren als Pinnwand dienten und seine persönlichsten Erinnerungen erzählen. Knut Hamsun, der mit dem Geld, das er von der Verleihung des Nobelpreises erhielt, sein Anwesen südlich von Oslo renovierte. Ernest Hemingway, dessen Haus in Key West von seinen unzähligen Reisen erzählt. Hermann Hesse, der sein Haus im Tessin in vielen Erzählungen sehr detailliert beschrieb. Selma Lagerlöf, die einst Schriftstellerin wurde, um den verschuldeten Familiensitz in Schweden zu retten, was ihr auch gelang.


20 Schriftsteller hat Autorin Francesca Premoli-Droulers in „Dichter und ihre Häuser“ porträtiert, in einer so persönlichen und sanften Art, als sei sie mit allen bekannt gewesen. Sie lässt viele Zitate der vorgestellten Persönlichkeiten in die Beschreibungen einfließen, was das Gelesene noch authentischer macht.

Fotografin Erica Lennard hat die Räumlichkeiten vortrefflich in Szene gesetzt und fängt die unterschiedlichen Charaktere der vorgestellten Personen bildhaft ein. Bleibt zu hoffen, dass dieser wundervolle Bildband einmal eine Fortsetzung findet.


„Dichter und ihre Häuser“ ist überaus interessant für jeden, der gerne liest, um zu erfahren, in welchem Haus Schriftsteller ihr Werk entstehen ließen!

Autorenportrait:
Die Italienerin Francesca Premoli-Droulers ist Journalistin und Schriftstellerin. Zehn Jahre hat sie die Pariser Redaktion der italienischen „Vogue“ und „Casa Vogue“ geleitet und arbeitet jetzt mit verschiedenen internationalen Zeitschriften zusammen.

Fotografenportrait:
Erica Lennard ist eine international renommierte Fotografin, spezialisiert auf Mode und Einrichtung, und arbeitet für die französische und amerikanische Presse. Sie hat an einigen Büchern über Gärten mitgearbeitet, die sowohl in Frankreich als auch in den USA erschienen sind.

Dichter und ihre Häuser

Francesca Premoli-Droulers
Dichter und ihre Häuser
Mit einem Prolog von Marguerite Duras
Fotografien von Erica Lennard
Knesebeck Verlag, München
ISBN 3-89660-051-6
Sonderausgabe, 200 Seiten, durchgehend farbig bebildert, Broschur, Großformat.
Unverbindliche Preisangabe: € 24,90 (D) / € 25,60 (A) / sFr 42,80

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