Den Schwaben auf’s Maul geschaut
Ein schwäbisches Anekdotenbuch
(sl). Schon Goethe schätze Anekdoten und meinte einst: „Eine Sammlung von Anekdoten ist für den Weltmann der größte Schatz, wenn er sie an schicklichen Orten ins Gespräch einzustreuen weiß.“ Geschichtenerzähler, die Schwänke und Anekdoten zum Besten geben, sind seit jeher die gefragtesten Gäste bei jedem Treffen. Dabei steht weniger die Wahrheit im Vordergrund, als vielmehr die Art, wie die Anekdote erzählt wird, und natürlich der Grad der Heiterkeit, den sie beim Zuhörer hervorruft. So haben Gerüchte und Anekdoten die Gemeinsamkeit, dass von Mal zu Mal ein kleines Stück hinzugedichtet wird, was der Freude natürlich keinen Abbruch tut.
Der größte Schatz der Schwaben, besonders der Älbler, ist ihr hintergründiger Humor. Wer einmal das Glück hatte, an einem Dorfstammtisch als Gast eingeladen zu werden, wird mit Staunen feststellen, mit welchem Feuerwerk an Witz und urigem Humor die Gespräche über die Tische fliegen. Eben solche Geschichten hat Autor Siegfried Ruoß in seinem Buch „Den Schwaben auf’s Maul geschaut“ gesammelt.
Kleine Kostprobe: „Eine ältere Bäuerin marschierte in ihrem dunklen „Häs“ zum Dorf hinaus, als sie der Straßenwart fragte: „So, got mr zur Leich?“ Bäuerin: „Jo, nach Ehschtetta nüber, em katholischa Pfarrer sei Muader isch doch gschtorba.“ Straßenwart: „Ja wia, derf a katholischer Pfarrer iberhaupt a Muader han?“
Einziger kleiner Wehrmutstropfen bei dieser amüsanten Lektüre ist ein fehlendes Mundart-Lexikon im Anhang. Denn es gibt ureigene Begriffe, die auch aus dem Zusammenhang heraus nicht verständlich sind, ist man nicht in Schwaben aufgewachsen. Allen anderen wird mit dem schwäbischen Anekdotenbuch ein uneingeschränktes Lesevergnügen garantiert.
Autorenportrait:
Siegfried Ruoß, aufgewachsen auf der rauen Alb, Volkskundler aus Passion, kennt sich in Ulm, um Ulm und um Ulm herum bestens aus. Als Verleger und Autor ist er vor allem durch seine individuell gestalteten, unterhaltsam und mit kulturgeschichtlichem Hintergrund geschriebenen schwäbischen Kochbücher bekannt geworden.
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Siegfried Ruoß |
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