Aus dem Wörterbuch der Kochkünste
Alexandre Dumas letztes Werk zwischen Kochbuch und Lexikon
(sl).
Alexandre Dumas, berühmter Autor von Klassikern wie „Der Graf von
Monte Christo“, liebte zeitlebens die gute Küche. Aus Anlass seines
200. Geburtstages ist „Aus dem Wörterbuch der Kochkünste“
erschienen. Es ist ein gänzlich unbekanntes Werk des beliebten Schriftstellers
und es war sein letztes. Denn während er sich nach Roscoff in die Bretagne
in Begleitung seiner langjährigen Köchin zurückgezogen hatte,
um in Ruhe an diesem Werk arbeiten zu können, erlitt er einen Schlaganfall
und verstarb wenig später. Sein „Wörterbuch der Kochkünste“
konnte er nicht mehr vollenden. Zwar erschien es erstmals 1873, doch über
dessen Fertigstellung gibt es unterschiedliche Überlieferungen. Tatsache
aber ist, dass Herausgeber Joachim Schultz es nun wieder zum Leben erweckt hat.
Es ist ein eigenwilliges Werk, kein Kochbuch und kein Lexikon, sondern etwas dazwischen, etwas völlig anderes als man sonst kennt. Zwar sind die Begriffe gleich einem Wörterbuch nach dem Alphabet geordnet, jedoch sind die verstreuten Rezepte nicht so einfach zum Nachkochen geeignet. Es handelt sich hierbei schließlich um den original überlieferten Kochstandard des 19. Jahrhunderts, den Alexandre Dumas „zudem noch sehr eigenwillig aufbereitet hat“, wie auch Joachim Schultz in seinem Nachwort zugibt. „Doch mit etwas Geschick und Phantasie kann man mit unserer Auswahl, wenn man Dumas’ Anregungen der modernen Küche anpasst, so manches schmackhafte Menu à la Dumas kreieren“.
Wer den Kochlöffel nicht unbedingt schwingen möchte, findet überaus interessante Ausführungen über Lebensmittel und Getränke, Küchenzubehör und Anekdoten aus dem Leben von Alexandre Dumas, der zeitlebens über blumige Menubezeichnungen „á la ...“ spottete. Mit viel Humor und Wissen, verbunden mit Lebensphilosophie und Essensgewohnheiten aus damaliger Sicht, serviert Alexandre Dumas eine wahrhaft köstliche Kreation. Zahlreiche zeitgenössische Illustrationen machen dieses Buch zu einem Augen- und Gaumenschmaus gleichermaßen.
Im Anhang befindet sich ein detaillierter Lebenslauf von Alexandre Dumas, ein Glossar, das französische Eigennamen vorbildlich erklärt, und ein Verzeichnis mit Kurzportraits der im „Wörterbuch der Kochkünste“ erwähnten Personen. Im Inhaltsverzeichnis sind jene Begriffe, die ein Rezept beinhalten, rot abgesetzt. Praktisch für alle, die sich an Dumas’ Kochanleitungen beherzt heranwagen wollen.
Ein literarisches Koch- und Wörterbuch für jeden, der Lebensart und
Küche aus Frankreich schätzt, und Alexandre Dumas von einer ganz unbekannten
Seite entdecken möchte!
Herausgeberportrait:
Joachim Schultz, geboren 1949, studierte Literaturwissenschaften und Philosophie.
Er leitet seit einigen Jahren den Studiengang „Literatutwissenschaft:
berufsbezogen“ an der Universität Bayreuth. Dort leitet er auch das
von ihm 1986 gegründete „Kleine Plakatmuseum“. Zahlreiche Publikationen,
Übersetzungen und Herausgeberschaften sind von ihm erschienen.
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