11. September
Geschichte eines Terrorangriffs
(sl).
Rund zwei Monate lang haben die beiden New Yorker „Spiegel“-Korrespondenten
und ihre Mitarbeiter sowie ein 11-köpfiges Team von „Spiegel“-Redakteuren
und Reportern Berichte von 73 Überlebenden aus dem World Trade Center zusammengetragen.
Die Autoren des Buches „11. September“ führten Gespräche
mit Beamten von FBI, CIA und BKA und verwendeten Quellen wie den Funkverkehr
zwischen den Flugzeugen und den Fluglotsen, Telefonate aus den Flugzeugen und
aus den brennenden Türmen des World Trade Center sowie Interviews mit Überlebenden.
Das Buch „11. September“, herausgegeben von Stefan Aust und Cordt
Schnibben, schildert die „Geschichte eines Terrorangriffs“ minutiös,
anhand vieler Einzelschicksale und aus Sicht von Tätern, Opfern und Sicherheitskräften.
Dies ist besonders bewegend, ahnt man doch, dass die Überlieferungen nur
ein Bruchteil der Ereignisse sind, die sich im Word Trade Center und in den
vier entführten Flugzeugen abgespielt haben müssen.
Der Tag des „11. September“ beginnt wie jeder andere in New York. Die Straßen waren nass vom nächtlichen Regen und die Großstadtmetropole erwachte langsam zum Leben. Doch das am Morgen erwachende Leben wurde jäh ausgelöscht, als das erste Flugzeug in den Nordturm des World Trade Centers krachte. Die Beklemmung nimmt ihren Lauf, und man kann nicht aufhören zu lesen. Die Zeilen fliegen dahin, sind packend, fast wie ein spannender Roman und doch macht sich das Grauen breit, denn man hat immer die unvergesslichen Fernsehbilder im Hinterkopf. Die einen zutiefst berührenden Schicksale der Menschen, die durch Farbfotos und Karten auch optisch ergänzt werden, sind so persönlich, als lese man von seinem Nachbarn oder dem Freund einer Freundin. Da sind Stewardessen und Sekretärinnen, Feuerwehrleute und Brooker, als scheine man sie zu kennen, und natürlich die Terroristen, deren Schicksal beängstigend ist.
Leider sind einige wenige Abschnitte sprunghaft, wie beispielsweise, dass auf Seite 177 eine Darlegung der Schulung zum Attentäter in 12 Schritten beginnt, aber nur der 1. bis 4. Schritt nachzulesen ist. Auf Seite 193 findet die Aufzählung dann mit Schritt 5 bis 10 ihre Fortsetzung. Schritt 11 und 12 sind jedoch unauffindbar. Auch haben sich einige Druckfehler eingeschlichen, was darauf schließen lässt, dass das Buch eilig veröffentlicht wurde. Leider sind die kleinen, aber nicht sehr störenden Unzulänglichkeiten in der zweiten Auflage nicht beseitigt worden. Im ausführlichen Anhang befinden sich unter anderem Auszüge aus dem Terroristen-Handbuch, Attas Testament und eine Chronologie des Attentates.
Das Buch „11. September“ ist ein authentisches Sachbuch auf hohem
Niveau, das sich hervorragend liest und einem immer wieder die Luft zum Atmen
raubt!
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